Der Freizeitbrief, 25, 4. Jg., April 1983

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Übertriebener Ehrgeiz stört in der Freizeit

    Übertriebener Ehrgeiz stört in der Freizeit

    Die neue „Freizeitpersönlichkeit“ ist fröhlich, tolerant und gesellig

    Lebensfreude und Heiterkeit, Toleranz und Kontaktfähigkeit sind wichtige Eigenschaften, die den Mitmenschen zu einem sympathischen Partner im täglichen Leben machen. Nach einer vom BAT Freizeit-Forschungsinstitut durchgeführten Repräsentativbefragung von 400 Berufstätigen zeichnet sich damit neben der Arbeits- eine neue Freizeitpersönlichkeit ab, die zu leben versteht, ihre Freizeit nutzt und Kontakte pflegt.

    Offenbar bietet das Freizeitleben immer mehr Chancen zur Verwirklichung von Wunscheigenschaften wie Fröhlichkeit, Offenheit und Ehrlichkeit. Dagegen werden traditionelle Arbeitstugenden wie Ehrgeiz und Leistungsstreben als geradezu „störend“ in der Freizeit, bei Sport und Spiel, empfunden.

    Die Hamburger Freizeitforscher prognostizieren für die Zukunft ein verändertes Prestigedenken. Soziale Anerkennung wird nicht mehr nur im Beruf erworben („Welchen Beruf haben Sie?“ – „Was verdienen Sie?“). Vielmehr wird der Freizeitstatus zum Gradmesser gesellschaftlichen Ansehens („Welche Freizeithobbies haben Sie?“). Wer also vielseitigen Freizeitinteressen nachgeht, die ihn genauso ausfüllen wie sein Beruf, der wird nicht nur Vergnügen in der Freizeit finden und zufriedener im Leben sein, sondern auch Freude an der Arbeit haben.