Der Freizeitbrief, 45, 6. Jg., Dezember 1985

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Freizeitforscher sagen „weiße Weihnacht“ voraus

    Freizeitforscher sagen „weiße Weihnacht“ voraus

    Auch wenn es vor der Haustür nur regnen sollte, eine weiße Weihnacht ist nach Ansicht des Hamburger BAT Freizeit-Forschungsinstituts in jedem Fall gesichert. Dazu brauchen wir 1985 nicht auf arktische Tiefausläufer zu hoffen. Auch kalte Füße wird es nicht durch klirrenden Frost geben, sondern allenfalls wenn Boris Becker im 7.Spiel ins Hintertreffen gerät. Denn zum 4. Advent wird der weiße Sport die Bundesbürger vor den Bildschirm rufen.

    Trotz unterschiedlichster Freizeitinteressen sei die Prognose gewagt: in den deutschen Wohnzimmern wird kein Platz leer bleiben. Wie schon seit Jahren nicht mehr, kann Vater am letzten Adventswochenende alle seine Lieben um sich vereinen. Nur des Deutschen liebstes Haustier, dessen Hundeseele immer noch nicht den Unterschied zwischen Tiebreak und Teegebäck begriffen hat, wird auch im entscheidenden 5.Satz auf seinem gewohnten Spaziergang bestehen. Glücklich wer dann eine weniger tennisbegeisterte Großmutter hat, die zudem die Weihnachtsplätzchen bäckt und letzte Geschenke einkauft.

    Daß gelbe Tennisbälle, die über einen satt grünen Teppichboden fliegen, ebenso gut in die Weihnachts(frei)zeit passen wie goldglänzende Christbaumkugeln an frischem Tannengrün, wird uns allen spätestens nach diesem dreitägigen Tennismarathon klar sein.

    Aber auch wer nicht vom Tennisfieber gepackt ist und über solch einseitige Fernsehfreizeit klagt, der wird nicht leer ausgehen müssen. Auf ihn wird am letzten verkaufsoffenen Sonnabend der Weihnachtsmann exclusiv in den Geschäften warten – es sei denn, der ist auch zuhause geblieben und...