Der Freizeitbrief, 71, 9. Jg., 16.08.1988

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Samstags auf die Piste und sonntags in Familie

    Samstags auf die Piste und sonntags in Familie

    Neue BAT-Umfrage über Freizeitrituale der Deutschen

    Die Deutschen haben ihre Freizeit bestens organisiert. Fast jeder dritte Bundesbürger reserviert regelmäßig einen Wochentag für Familie oder Ausgehen, für Sport oder Faulenzen. Mehr als 20 Prozent kennen ebenfalls einen festen Termin für Hobby, Verein oder Besuche. Und selbst der Badetag ist für jeden vierten Deutschen nach wie vor ein Begriff. Dies geht aus einer neuen Repräsentativumfrage des BAT Freizeit-Forschungsinstituts hervor, in der 2.000 Personen ab 14 Jahren nach ihren Freizeitgewohnheiten gefragt wurden.

    Das lange Wochenende ist viel zu kurz

    Trotz kürzerer Arbeitszeiten konzentrieren sich die meisten Freizeittermine auf das lange Wochenende. Ausgehen und Besuche machen stehen ebenso auf dem Programm wie Faulenzen, Lesen oder sich dem Hobby widmen. So hat der Samstag für rund 10 Millionen Bundesbürger seinen festen Platz als Hauptausgehtag. Den sonntäglichen Terminkalender bestimmen dann bei der Mehrheit der Befragten die beiden „F“: Faulenzen (13,0 Mio.) und Familie (13,5 Mio.). Für viele wird damit der Sonntag zum Balanceakt zwischen eigener und gemeinsamer Freizeitgestaltung. Denn auch die Zweisamkeit darf nicht zu kurz kommen. Für 2,4 Millionen Deutsche ist der siebte Tag der Woche ein „Schmusetag“.

    Rituale gehören zum Freizeitalltag

    Freizeitrituale, bisher kaum erforscht, haben im Alltagsleben der Bevölkerung schon immer ihren festen Platz. Was als liebe Gewohnheit oder Alltagsroutine beginnt, kann zur eingeübten Handlung und starren Ordnung werden: Von den Begrüßungs-, Wasch- und Umziehritualen nach Feierabend bis zum gemeinsamen Frühstück und Familienspaziergang am Sonntag. Für Prof. Dr. Horst W. Opaschowski, den wissenschaftlichen Leiter des BAT Instituts, geben solche eingespielten und liebgewordenen Gewohnheiten den Menschen im Alltag Struktur und Halt. Gerade im Zusammenleben von Familienmitgliedern haben sie eine wichtige Stabilisierungsfunktion. Dahinter verbirgt sich das Bedürfnis nach Sicherheit und Geborgenheit, der Wunsch nach einem harmonischen Feierabend oder schönen Wochenende.