Geschichte der Stiftung

Vom BAT Freizeit-Forschungsinstitut zur Stiftung für Zukunftsfragen

Mit dem Ziel die Grundlagenforschung im Bereich „Freizeit“ zu fördern, wurde anno 1979 – unter der Wissenschaftlichen Leitung von Professor Dr. Horst W. Opaschowski – das BAT Freizeit-Forschungsinstitut gegründet. Die (medien-)konsumorientierte Gesellschaft der 1970er Jahre hatte Fragen zum Umgang mit der Freizeit aufgeworfen, sodass eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dieser Thematik notwendig wurde. Zudem stellt das Gründungsjahr auch den Beginn einer Zeit dar, in welcher umfassende gesellschaftspolitische Veränderungen ihren Ursprung fanden.

1979 war das Jahr des NATO-Doppelbeschlusses und der sowjetischen Intervention in Afghanistan – der Kalte Krieg ging somit wieder in eine „heiße Phase“. Die DDR feierte ihren 30. Geburtstag und der Sozialismus war nach den Worten des SED-Generalsekretärs Erich Honecker „real existierend“. Ayatollah Chomeni kehrte in den Iran zurück. Die Zeit war von einem Wertewandel geprägt, von Ölkrisen und Anti-AKW-Demonstrationen. Während Themen wie „Waldsterben“, „Treibhauseffekt“ und „Klimawandel“ zunehmend den gesellschaftlichen Diskurs bestimmten – und die „Grünen“ zum ersten Mal in den Bundestag gewählt wurden – setzte sich Mikroelektronik als Bestandteil des alltäglichen Lebens durch. AIDS wurde erstmals medial thematisiert. Die Gründung der polnischen Gewerkschaft Solidarnosc war ein erstes Indiz für den kommenden Umbruch hinter dem „Eisernen Vorhang“, der 1989 mit dem Fall der Berliner Mauer seinen Höhepunkt erreichte.

Im Zuge der Veränderungen der letzten 30 Jahren hat die Stiftung ihren wissenschaftlichen Blick auf die Vielfalt gesellschaftlicher Zukunftsfragen erweitert. Die in den 1980er Jahren etablierte Forschung in den Bereichen Freizeit und Tourismus wurde während der 1990er Jahre intensiviert und das Forschungsinteresse auf einzelne soziodemografische Untergruppen erweitert, hierbei insbesondere die „erlebnisorientierte Freizeitwelt“ untersucht. Zudem wurde das Themenfeld in dieser Dekade durch aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen – beispielsweise das mediale Alltagsleben – ergänzt.

Während die vergangenen drei Jahrzehnte ganz unter dem Eindruck einer beispiellosen Wohlstandsentwicklung standen, so zeigte sich zum Beginn des 21. Jahrhunderts, dass diese möglicherweise ihren Höhepunkt erreichte, vielleicht sogar überschritten hat. Das Jahrhundert der Arbeitszeitverkürzungen ist zu Ende, ein erneuter Paradigmenwechsel kündigt sich an: Die Leitbilder der Arbeits- und Vollbeschäftigungsgesellschaft werden in Frage gestellt – die freizeit- und konsumbezogenen Wunschbilder der Wohlstands- und Erlebnisgesellschaft machen zunehmend einer realitätsbezogenen Ernüchterung Platz. Zur Jahrtausendwende rückten somit soziale und gesellschaftspolitische Fragen in den Fokus unseres wissenschaftlichen Interesses. Im Kontext der zunehmenden Globalisierung blickt die Stiftung heute – unter der Leitung von Professor Dr. Ulrich Reinhardt – auch über die deutschen Grenzen hinaus und erweitert ihre Forschungsarbeit um eine europäische Ebene.

Dieser Struktur- und Wertewandel in der Welt ist auch eine Chance, mehr über Lebensqualität und nicht nur über Lebensstandard nachzudenken – die Frage nach Zukunft und Lebenssinn müssen somit neu gestellt werden. In Tradition des BAT Freizeit-Forschungsinstitutes leistet die Stiftung für Zukunftsfragen hierzu einen Beitrag.

Durch den Übergang vom Freizeit-Forschungsinstitut in die Stiftung für Zukunftsfragen hat British American Tobacco als Initiator, Gründer und Stifter den Blick geweitet für eine Zukunft im Plural – für verschiedene „Zukünfte“, zwischen denen wir wählen und die wir auch gestalten können. Bei aller Problematisierung der gesellschaftlichen Entwicklung spiegeln die Studien der Stiftung für Zukunftsfragen immer auch eine positive Sichtweise wider, zeigen praktikable Lösungsansätze auf und machen Mut zur Zukunft. Denn: Zukunft soll schließlich aktiv und offensiv gestaltet und nicht nur passiv und reaktiv bewältigt werden.