Freizeit-Monitor 2023
Seit 1982 analysiert die Stiftung für Zukunftsfragen regelmäßig das Freizeitverhalten der Deutschen, erstellt Zeitreihen und ermittelt Gewinner und Verlierer im Jahresvergleich. Für die aktuelle Untersuchung wurden im Juli / August 2023 über 2.000 Personen im Alter von 18 bis 74 Jahren repräsentativ zu ihrem Freizeitverhalten sowie zum Sonderthema Wie Viel Freizeit haben die Bundesbürger durch die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) befragt.
Die Ergebnisse der Studie stehen nach unserer Online-Pressekonferenz am 05. September um 10.00 Uhr zur auf unserer Sonderseite www.freizeitmonitor.de zu Verfügung.
7. Dezember 2023
Chart der Woche, 2023-KW49
Die zunehmende Digitalisierung der Gesellschaft beeinflusst nicht nur den Arbeitsmarkt, sondern auch den privaten Bereich, die Freizeit und die zwischenmenschlichen Begegnungen. Aktuell sind mehr als drei von vier Bürgern der Meinung, dass die sozialen Kontakte unter dieser Entwicklung leiden bzw. weniger werden und zu einer zunehmenden Vereinsamung der Menschen führen.

Ergebnis
Die zunehmende Digitalisierung der Gesellschaft beeinflusst nicht nur den Arbeitsmarkt, sondern auch den privaten Bereich, die Freizeit und die zwischenmenschlichen Begegnungen. Aktuell sind mehr als drei von vier Bürgern der Meinung, dass die sozialen Kontakte unter dieser Entwicklung leiden bzw. weniger werden und zu einer zunehmenden Vereinsamung der Menschen führen.
Beim Blick auf die Vergleichszahlen zeigt sich zweierlei: Einerseits wurde diese Sichtweise vor einem Vierteljahrhundert von „nur“ der Hälfte der Bevölkerung geteilt, anderseits hat sich der Wert in den letzten fünf Jahren aber auch verringert und ist aktuell auf dem gleichen Niveau wie vor zehn Jahren.Gründe
Unsere Gesellschaft wird immer stärker durch die voranschreitende Medialisierung und Digitalisierung geprägt und zeigt sich in der mittlerweile alltäglichen Nutzung digitaler Medien wie Computer, Tablets, Smartphones, Fernsehprogramme, Streamingdienste, Internetseiten, Computerspiele, Apps oder Social Media Angebote. Diese Flut an Angeboten führt bei einer großen Mehrheit der Bevölkerung zu einem Gefühl der Überforderung und reduzierten persönlichen Kontakte mit anderen. Sie bedauern die abnehmende soziale Nähe, die Einschränkung nonverbaler Konversation und die reduzierte Zeit für längere Gespräche. Gleichzeitig sehen viele in der digitalen Welt die Gefahr, sich zu verlieren, zu isolieren, zu anonymisieren und reale Kontakte zu minimieren.
Die Altersunterschiede in der Wahrnehmung dieser Entwicklung sind dabei signifikant. Jüngere, die als „digital Natives“ mit diesen Medien aufgewachsen sind, nutzen die Möglichkeiten virtueller Kontakte intensiver. Dennoch kritisieren auch sie die Instabilität und Flüchtigkeit dieser Kontakte, ebenso wie die Risiken von Cybermobbing, Datenschutzmissbrauch oder sozialer Kontrolle durch digitale Netzwerke. Ältere Mitbürger fühlen sich zudem durch die rasante technische Entwicklung oft überfordert oder sogar digital abgehängt und allein gelassen.
Der Rückgang seit 2018 kann auf unterschiedliche Gründe zurückgeführt werden. Viele Bürger haben sich an digitale Kommunikationsmittel gewöhnt und Wege gefunden weiterhin enge soziale Bindungen aufrechtzuerhalten. Auch hat sich die Qualität und Zugänglichkeit digitaler Kommunikation in den letzten Jahren verbessert und besonders die Weiterentwicklungen im Bereich der Videokommunikation (Zoom, Facetime, Videoanrufe etc.) lenken den Fokus weg vom geschriebenen Wort und wieder hin zu verbaler Kommunikation. Zudem hat das gestiegene Bewusstsein für die Problematik und das Risiko zur Vereinsamung bei einigen dazu geführt, mehr Zeit und Energie in die Pflege von persönlichen Kontakten zu investieren und digitale Medien ausgewogener zu nutzen.
Prognose
Die Art und Weise wie kommuniziert wird, hat sich durch die Digitalisierung zweifellos stark verändert und wird auch zukünftig von ihr maßgeblich beeinflusst werden. Solange wir mit dem Smartphone online sind, sind wir für jeden erreichbar und können problemlos auf alle verfügbaren Kontakte zugreifen. Diese ständige Erreichbarkeit vermittelt einerseits ein Gefühl nie allein zu sein, anderseits nehmen genau hierdurch auch die Anonymisierung und Vereinzelung in der Gesellschaft zu, nämlich dann, wenn der virtuellen Welt mehr Beachtung geschenkt wird als der realen.
Für die Zukunft entscheidend wird sein, inwieweit Maßnahmen ergriffen werden, um die (durchaus vorhandenen) positiven Aspekte der Digitalisierung zu maximieren und gleichzeitig die negativen Auswirkungen auf soziale Beziehungen zu minimieren.
Von besonderer Bedeutung sind in diesem Zusammenhang:- Anpassung der Bildungssysteme: Schulen und Universitäten müssen eine Schlüsselrolle spielen, indem sie digitale Kompetenzen vermitteln, die über den technischen Umgang mit digitalen Medien hinausgehen. Dieses umfasst u.a. die Förderung von Online-Etikette, kritischem Denken im digitalen Raum und dem Bewusstsein für die Auswirkungen digitaler Kommunikation auf das eigene Leben.
- Förderung realer Begegnungen: Mehr persönliche Treffen, mehr Gemeinschaftsaktivitäten sowie das Erleben gemeinsamer Erfahrungen im realen Raum werden die Ausgewogenheit zwischen digitaler und direkter Interaktion fördern.
- Technologische Innovationen: Die Entwicklung neuer Technologien, die eine tiefere und authentischere Interaktion ermöglichen, werden die Art und Weise, wie wir digital kommunizieren, weiter verbessern.
Die Zukunft der Kommunikation im digitalen Zeitalter wird somit ein Zusammenspiel von technologischer Entwicklung, gesellschaftlicher Anpassung und individuellem Bewusstsein für die Auswirkungen digitaler Medien sein. Erforderlich sind daher ein kontinuierliches Abwägen und Anpassen, um ein Gleichgewicht zwischen digitaler Vernetzung und persönlicher Nähe zu gewährleisten.
Aktuelle
Forschungsbeiträge

7. Februar 2023
Podcast, Staffel 2 - Folge 10
00:36 – Begrüßung/Themenvorstellung
01:00 – Ergebnisse der 39. Deutschen Tourismusanalyse
Es ist wieder soweit – auch die 2. Staffel neigt sich nun langsam ihrem Ende entgegen. Für unser großes Staffelfinale haben wir aber noch etwas ganz Besonderes für euch parat: Wir stellen euch die Ergebnisse unserer nunmehr 39. Deutschen Tourismusanalyse vor!
Wie sah das Reiseverhalten der Bundesbürger im vergangenen Jahr aus, wer hat bereits wieder feste Reiseabsichten und wie wird der Urlaub von den Deutschen in den aktuell wirtschaftlich schwierigen Zeiten finanziert? Wir freuen uns sehr, euch in der 10. Episode die neusten Studienergebnisse persönlich näherbringen zu können.
Aber wie geht es weiter? Wird es eine 3. Staffel geben? Und ob! Voraussichtlich Ende des Jahres melden wir uns nach einer kurzen Pause in alter Frische wieder zurück.
In der Zwischenzeit: Schaut gerne weiter regelmäßig auf unserer Website vorbei – dort gibt es jeden Donnerstag für euch auch weiterhin einen neuen Chart der Woche sowie unsere Forschung aktuell Beiträge.
Du hast selbst Zukunftsfragen? Schreib uns einfach eine E-Mail an moenkemeyer@zukunftsfragen.de
Die Welt im Wandel –
der Mensch im Mittelpunkt.
Mit unserer Forschung verfolgen wir das Ziel mit Optimismus zu einer positiven Entwicklung der Gesellschaft beizutragen.
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