Deutsche Tourismusanalyse 2026
Für die 42. Deutsche Tourismusanalyse der Stiftung für Zukunftsfragen wurde ein repräsentativer Querschnitt der deutschen Bevölkerung von über 3.000 Personen ab 18 Jahren online zum eigenen Reiseverhalten im Jahr 2025 sowie den Urlaubsabsichten für 2026 im Dezember 2025 und Januar 2026 durch die GfK befragt.
11. Dezember 2025
Chart der Woche, 2025-KW50
Sie sind emotionale Anker, Strukturgeber und wirken sich positiv auf das Wohlbefinden aus: Haustiere haben in Deutschland durchaus eine gesellschaftliche Bedeutung, die oft unterschätzt wird. Die Zahlen zeigen: Über 35 Millionen Haustiere leben in deutschen Haushalten, und ihr Einfluss auf unseren Alltag und unsere Psyche ist enorm. Inwiefern Haustiere heute zu einem wichtigen Lebenskonzept geworden sind und welche Rolle sie zukünftig spielen könnten, beleuchten wir im aktuellen Chart der Woche.
Ergebnis
Die Zahlen bestätigen, dass die Beschäftigung mit Tieren in der Lebenswelt der Bürger sehr präsent ist. Mehr als zwei von fünf Deutschen geben an, sich mindestens einmal pro Woche aktiv mit Tieren zu beschäftigen – das ist eine bemerkenswerte Zahl, die doppelt so hoch liegt wie beispielsweise Joggen gehen und auch höher ist als Videospiele, Bücher lesen oder Restaurantbesuche. Für viele Bürger stellt die Beschäftigung mit Tieren eine zentrale Freizeitbeschäftigung dar. Dabei zeigen sich Unterschiede nach räumlicher Gegebenheit und Geschlecht: In kleineren Gemeinden beschäftigt sich fast jeder Zweite mit Tieren, während es in Großstädten nur gut jeder Dritte ist. Zudem ist diese Aktivität bei Frauen stärker ausgeprägt als bei Männern.
Gründe
Haustiere übernehmen in vielen Alltagssituationen die Rolle eines emotionalen Ankers, indem sie Nähe schenken, den Tagesablauf strukturieren und nicht urteilen. Besonders in Single-Haushalten, bei älteren Menschen und bei Personen mit besonderen Bedürfnissen entfaltet die Tierhaltung eine enorme soziale Kraft. Studien belegen zudem, dass der regelmäßige Kontakt zu Tieren Stresshormone reduziert, die Herzfrequenz stabilisiert und die allgemeine gesundheitliche Verfassung stärkt. Die intensive Beziehung zwischen Mensch und Tier ist kein modernes Phänomen, sondern hat historische Wurzeln. Heute leben Haustiere eher auf dem Land als in der Stadt, sind jedoch auch in urbanen Räumen präsent und haben in den letzten Jahren dort zugenommen. Familien mit Kindern nutzen die Tierhaltung oft, um Verantwortungsbewusstsein zu lehren. Bei alleinlebenden Menschen dienen Haustiere als wichtiger Gegenpol zur Einsamkeit.
Prognose
Der Wunsch nach Nähe, Verlässlichkeit und Zugehörigkeit wird auch in Zukunft Bestand haben, wobei Haustiere weiterhin eine zentrale Rolle spielen. Es ist davon auszugehen, dass sich neue Modelle der Tierhaltung entwickeln werden, wie zum Beispiel heute schon das “Dog Sharing”. Dieses Konzept ermöglicht es, die Vorteile einer Tierbindung mit anderen zu teilen, wodurch kontinuierliche Verantwortung erlernt, aber die Belastung nicht sieben Tage die Woche getragen wird. Ferner wird die technische Entwicklung die Tierhaltung mitprägen. Fitnessarmbänder für Hunde, die Bewegung, Herzfrequenz, Kalorienverbrauch und sogar den Schlaf tracken, sind bereits auf dem Markt. Auch digitalisierte Tierhaltung, beispielsweise mit automatisierten Toren oder Futterausgaben, sowie technische Hilfen gegen Raubvögel bei Hühnern werden voraussichtlich an Bedeutung gewinnen. Ein weiteres Zukunftsthema ist der Einsatz von Roboterhunden, die bereits in japanischen Pflegeheimen zur Strukturgebung und als Begleiter für demenzerkrankte oder einsame Menschen genutzt werden. Insgesamt sind Haustiere mehr als nur Begleiter; sie sind Spiegel gesellschaftlicher Bedürfnisse, schenken Nähe in einer zunehmend individualisierten Welt und fordern zur Übernahme von Verantwortung auf.
Aktuelle
Forschungsbeiträge

11. Dezember 2025
Podcast, Staffel 4 - Folge 40
Uli zu Gast im Podcast ‘Almost Daily’
Die Welt im Wandel –
der Mensch im Mittelpunkt.
Mit unserer Forschung verfolgen wir das Ziel mit Optimismus zu einer positiven Entwicklung der Gesellschaft beizutragen.
Die Welt im Wandel –
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Mit unserer Forschung verfolgen wir das Ziel mit Optimismus zu einer positiven Entwicklung der Gesellschaft beizutragen.


