Chart der Woche, 2024-KW16

18. April 2024

(inkl. Grafiken wenn vorhanden)

Warum die Deutschen keine Kinder bekommen

Von 100 Befragten meinen, dass viele Bürger aus folgenden Gründen keine eigene Familie gründen:

2013 2023 Angst vor Scheidung und Alleinerziehung 18 16 Kinder stellen keinen erfüllenden Lebensinhalt dar 20 18 Es ist nie der richtige Zeitpunkt für Nachwuchs 25 20 Weil der richtige Partner fehlt 39 33 Unsichere Zukunft für die Kinder 39 43 Wollen lieber frei und unabhängig bleiben 60 45 Staatliche / gesellschaftliche Voraussetzungen fehlen 45 45 Berufliche Karriere ist wichtiger als Familiegründung 54 47 Karriere lässt sich nur schlecht mit Familie vereinbaren 57 47 Kinder kosten (zuviel) Geld 67 52
Repräsentativbefragung von 3.000 Personen. ab 18 J. in Deutschland
www.stiftungfuerzukunftsfragen.de
Daten als Tabelle
Warum die Deutschen keine Kinder bekommen — Von 100 Befragten meinen, dass viele Bürger aus folgenden Gründen keine eigene Familie gründen:
20132023
Angst vor Scheidung und Alleinerziehung1816
Kinder stellen keinen erfüllenden Lebensinhalt dar2018
Es ist nie der richtige Zeitpunkt für Nachwuchs2520
Weil der richtige Partner fehlt3933
Unsichere Zukunft für die Kinder3943
Wollen lieber frei und unabhängig bleiben6045
Staatliche / gesellschaftliche Voraussetzungen fehlen4545
Berufliche Karriere ist wichtiger als Familiegründung5447
Karriere lässt sich nur schlecht mit Familie vereinbaren5747
Kinder kosten (zuviel) Geld6752
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Ergebnis

Die Geburtenquote in Deutschland ist mit 1,36 Kinder pro Frau zu gering, um einen Bevölkerungsrückgang aufzuhalten. Hierfür müssten etwa 2,1 Kinder pro Frau geboren werden. Die Gründe hierfür sind vielfältig und reichen von finanziellen Belastungen über fehlende staatliche Voraussetzungen bis hin zur Angst vor Scheidung und Alleinerziehung. Im Zehnjahresvergleich sanken jedoch die Ängste. In acht von zehn Bereichen ist die Zustimmung bei Argumenten gegen eine Familiengründung heute niedriger als 2014.

Gründe

Die beiden Hauptgründe, die von den Bundesbürgern gegen die Familiengründung angeführt werden, sind die hohe finanzielle Belastung und die Schwierigkeiten bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Trotz Bemühungen von Unternehmen, familienfreundlichere Strukturen zu bieten, bleibt die Vereinbarkeit für viele Eltern eine Herausforderung. Bei den Kosten fallen – laut Berechnungen es Statistischen Bundesamtes – über 150.000 Euro bis zum 18. Lebensjahr des Kindes an, was viele potenzielle Eltern abhält, sich Nachwuchs zu leisten.

Ein weiterer zentraler Grund ist die allgemeine Unsicherheit in Bezug auf die Zukunft. Als einziges Statement hat hier die Sorge zugenommen. Fast die Hälfte der Bürger macht sich Sorgen um die zukünftige gesellschaftliche Entwicklung, sei es in Bezug auf Wirtschaftswachstum, Klimawandel oder Konflikte. Ein Kind in diese Welt zu setzen, erscheint für zunehmend mehr Paare unverantwortlich.

Prognose

Die in den meisten Bereichen abnehmenden Sorgen zeigen, dass eine aktive Beeinflussung der Geburtenrate durchaus möglich ist. Durch die passenden Rahmenbedingungen können potenziellen Eltern Angst und Last genommen werden. In Zukunft wird die Politik weiterhin gefordert sein, diese Rahmenbedingungen für Familien zu verbessern. Die Bundesregierung verweist aktuell auf über 150 verschiedene familienpolitische Leistungen. Davon werden allein für das Kindergeld jährlich rund 48 Milliarden Euro bereitgestellt. Unternehmen sollten zukünftig weiterhin die Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördern. Sei es durch flexiblere Arbeitszeitmodelle oder eine unterstützende Unternehmenskultur, um so dauerhaft attraktiv für beide Elternteile zu sein. Letztendlich liegt die Entscheidung für eine eigene Familie aber natürlich weiterhin bei jedem einzelnen Bürger. Und trotz aller Ängste, Kompromisse und Einschränkungen erkennen insgesamt mehr und mehr Bundesbürger, wie sehr Kinder zur Steigerung der Lebensqualität und des persönlichen Glücks beitragen.

Ihre Ansprechpartnerin

Ayaan Güls
Pressesprecherin

Tel. 040/4151-2264
Fax 040/4151-2091
guels@zukunftsfragen.de

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