Abhängigkeit von Instagram & Co.

Zukunfts-Monitor - Ausg. 11

4. Juni 2022

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Abhängigkeit von Instagram & Co.: Mehr als jeder Zweite sieht eigene Social-Media-Aktivitäten kritisch

Ob Facebook, Instagram, TikTok oder Twitter: Soziale Medien spielen eine große Rolle im Alltag vieler Bürger. Mit der zunehmenden Bedeutung steigt jedoch auch die Abhängigkeit – und diese stört mittlerweile mehr als die Hälfte aller Nutzer. Zu diesem Ergebnis kommt die neueste Untersuchung der BAT-STIFTUNG FÜR ZUKUNFTSFRAGEN, für die im April 2022 über 2.000 Bundesbürger ab 18 Jahren repräsentativ befragt wurden.

55 Prozent geben an, in ihrer Freizeit stärker von sozialen Medien (Facebook, Instagram etc.) abhängig zu sein, als ihnen lieb ist. Besonders die junge Generation sieht das eigene Verhalten kritisch. Weniger problematisch beurteilen dagegen die Älteren ihre Onlinenutzung.

Neben dem Alter spielen auch das Geschlecht und die Region eine Rolle. Während z.B. junge ostdeutsche Frauen mit fast 90 Prozent die höchste Unzufriedenheit über ihre Social-Media-Aktivitäten äußern, sind es bei den jungen westdeutschen Frauen „nur“ 72 Prozent.

Die Gründe für die unfreiwillige Abhängigkeit sind laut Professor Dr. Ulrich Reinhardt, dem wissenschaftlichen Leiter der Stiftung für Zukunftsfragen, individuell unterschiedlich und reichen von der Angst vor Cybermobbing oder etwas zu verpassen über Zeit- und Schlafmangel bis hin zu sozialem Druck.

Professor Reinhardt: „Likes, Kommentare und Reaktionen auf eigene Postings wirken wie eine Belohnung. Für diese sind viele bereit, das eigene Leben in den sozialen Medien entsprechend aufzubereiten und zu schönen. Das kostet nicht nur Zeit und Nerven, sondern führt häufig auch zu Stress und Unzufriedenheit.“

Aufmerksamkeit ohne Ablenkung: 57 Prozent wünschen sich öffentliche Bereiche ohne Internet

Ein ungestörtes Abendessen im Restaurant oder einen Einkaufsbummel ohne Anrufe? Das wünscht sich mehr als die Hälfte der Bevölkerung. Viele sehnen sich geradezu danach, die volle Aufmerksamkeit ihrer Mitmenschen zu haben und nicht ständig abgelenkt zu werden.

In anderen Ländern ist dies schon heute möglich. Wenn die Handys aus und die Gäste offline bleiben, dann bekommt man in einigen Bars in den USA einen kostenlosen Drink, in manchen Restaurants in England essen Kinder unter zwölf Jahren sogar kostenlos und in Australien wird mitunter die gesamte Rechnung um zehn Prozent gekürzt.

Professor Reinhardt kann sich die Schaffung solcher Angebote auch in Deutschland vorstellen. Einerseits entsteht hierdurch eine Abgrenzung zu anderen Anbietern, anderseits wollen viele Bürger – nicht nur aufgrund von zwei Jahren Pandemie – wieder mehr Austausch und intensivere Gespräche mit Familie und Freunden.

„Wer im Beisein von anderen chattet, surft, postet oder telefoniert, signalisiert damit, dass etwas anderes wichtiger ist als das Gespräch und der Kontakt mit den Anwesenden. Und dabei ist es gerade Aufmerksamkeit, nach der sich viele im persönlichen Austausch so sehnen.“, so Professor Reinhardt.

Ihre Ansprechpartnerin

Ayaan Güls
Pressesprecherin

Tel. 040/4151-2264
Fax 040/4151-2091
guels@zukunftsfragen.de

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