Konsumwünsche der Bundesbürger

Zukunfts-Monitor - Ausg. 01C

30. Dezember 2020

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Wofür würden die Bundesbürger ihr Geld am liebsten ausgeben? Bei einem unerwarteten Geldsegen würde knapp die Hälfte zuallererst einmal in den Urlaub fahren. Endlich dem Alltag entfliehen, die lang ersehnte Traumreise verwirklichen oder vielleicht auch mal etwas länger am Urlaubsziel verweilen. Ein Drittel würde auch gerne (mehr) Wochenendausflüge unternehmen, ganz nach dem Motto „Kurz, nah, weg“. Dieser Wunsch hat im 10-Jahres-Vergleich am stärksten hinzugewonnen und sich sogar verdoppelt.

40 Prozent der Deutschen würden zudem die eigenen vier Wände oder den Garten verschönern oder vielleicht sogar in eine größere Wohnung umziehen. Und etwa jeder Dritte würden mit einem höheren Einkommen mehr in Essen und Trinken investieren – sei es für qualitativ höhere, besondere oder gesündere Lebensmittel.

Bei allen Konsumwünschen ist auffällig, wie groß die Unterschiede innerhalb der Bevölkerung sind. So würden Frauen deutlich häufiger zusätzliches Geld in die neueste Mode investieren (+12 Prozentpunkte) und Männer zusätzliche finanzielle Mittel für Medien (+10 PP), das Auto (+8 PP) und das Hobby (+6 PP) ausgeben. Besserverdiener würden öfter in den Urlaub verreisen (+20 PP) und das Eigenheim verschönern (+17 PP), wohingegen Geringverdiener sich diesbezüglich unschlüssig sind und doppelt so oft „Ich weiß nicht wofür“ angegeben haben (+8 PP).

Auffällig sind auch die Unterschiede beim Alter: So würde die Generation unter 30 Jahren in jedem Bereich mehr Geld ausgeben als die Generation über 60 Jahren, um zum Beispiel deutlich öfter ins Kino oder eine Bar zu gehen, mehr Kleidung und Schuhe zu kaufen, einem Hobby nachzugehen oder auch das aktuellste Smartphone zu besitzen. Die mittlere Generation würde in erster Linie mehr Wochenendausflüge unternehmen und in Essen und Trinken investieren. Die älteren Deutschen sind sich, ähnlich der Geringverdiener, nicht sicher, was sie mit zusätzlichem Geld machen würden (+8 PP gegenüber den 18-29-Jährigen).

Im 10-Jahres-Vergleich zeigt sich in allen Bereichen ein gestiegenes Bedürfnis nach mehr finanziellen Mitteln, insbesondere um zu reisen. Derzeit liegen die durchschnittlichen Urlaubskosten bei rund 1.208 Euro pro Person, also ca. 5.000 Euro für eine vierköpfige Familie. Diese beinhalten aber neben den reinen Anreise- und Unterkunftskosten auch alle Nebenausgaben – vom Souvenir über den Strandkorb bis hin zum Eis für die Kinder. Aber auch für das Zuhause, Ausflüge und Hobbys steigen die Konsumwünsche. Lediglich bei den Medien, dem Auto und der Kleidung haben sie sich nur minimal verändert.

Einen starken Zuwachs verzeichnen die Sparverträge sowie Lebens- und Rentenversicherungen. Zu groß ist die Rentenunsicherheit und die Sorge um die eigene finanzielle Situation im Alter, so dass insbesondere die 18-29-Jährigen hier häufiger vorsorgen wollen als noch vor 10 Jahren (2020: 25%, 2010: 12%).

Ausblick

Die meisten Bundesbürger würden gerne mehr konsumieren. Zu groß sind die Konsumwünsche und zu verlockend die Angebote. Zusätzliche finanzielle Mittel würden die allermeisten Deutschen daher auch direkt investieren, um das eigene Wohnumfeld zu verlassen oder dieses schöner zu gestalten, um einem Hobby zu frönen, einen langjährigen Traum wahr werden zu lassen oder aber die eigene Lebensqualität zu erhöhen.

Ein grundsätzliches Ende der Konsumgesellschaft zeichnet sich daher nicht ab. Offen bleibt jedoch die Frage, ob zukünftig Konsumgüter auch im eigenen Besitz sein müssen – oder aber nicht die Nutzung ausreicht und im Vordergrund stehen wird. Die Möglichkeit, Produkte temporär zu leihen, könnte daher eine Option für notwendige Ressourceneinsparung bei gleichzeitigem Spaß am Konsumangebot sein.

Ihre Ansprechpartnerin

Ayaan Güls
Pressesprecherin

Tel. 040/4151-2264
Fax 040/4151-2091
guels@zukunftsfragen.de

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