Bleibt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Frauen bloß ein Wunsch?

Chart der Woche, 2023-KW28

13. Juli 2023

 

 

Ergebnis

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist ein zentraler Wunsch vieler Arbeitnehmenden – ihre Umsetzung ist jedoch gerade für Frauen nicht immer einfach. Lediglich 28 Prozent der Bürger gehen davon aus, dass das Zusammenspiel von Job und Familie für viele Frauen bis zum Jahre 2030 möglich sein wird. Zwischen den Geschlechtern lassen sich dabei ebenso wenig Unterschiede feststellen wie beim Alter oder Einkommen. Jedoch variiert die Zustimmung je nach Familienstand: Eltern stimmen der Aussage zu 30 Prozent zu, dagegen „nur“ 22 Prozent der Singles.

 

Gründe

Verschiedene Gründe führen zu dieser recht skeptischen Haltung. Einer der Hauptgründe liegt in den bestehenden Schwierigkeiten und Hindernissen, welche die Vereinbarkeit von Beruf und Familie besonders für Frauen erschweren. Frauen unterbrechen deutlich häufiger als Männer ihre Karriere aufgrund der Betreuung des Nachwuchses oder anderen familiären Verpflichtungen. Und noch immer werden Frauen oft mit einer Art „Doppelbelastungssyndrom“ konfrontiert, bei dem sie sowohl berufliche als auch familiäre Verantwortungen tragen sollen, ohne angemessene Unterstützung und flexible Arbeitsbedingungen. Ein weiterer Grund liegt in der Vorstellung von traditionellen Geschlechterrollen und Stereotypen, die immer noch in der Gesellschaft verankert sind. Diese führen zu Zweifel an der Fähigkeit von Frauen, sowohl erfolgreich im Beruf als auch engagiert in der Familie zu sein. Solche Überzeugungen beeinflussen den Glauben an die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für viele Frauen.
Die etwas positivere Sichtweise von Eltern gegenüber Singles lässt sich mit erlebten positiveren Erfahrungen erklären. Bei Singles fehlen dagegen oftmals Berührungspunkte und vorhandene Vorurteile und Vorstellungen prägen die skeptische Haltung.

 

Prognose

Trotz des derzeitigen geringen Glaubens an die zukünftig bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Frauen zeichnet sich eine positive Entwicklung ab. Die zunehmende Sensibilisierung und öffentliche Diskussion über die Bedeutung der Gleichstellung der Geschlechter und der Vereinbarkeit von Berufs- und Familienleben haben bereits zu Veränderungen geführt. Politiker, Unternehmen und Gewerkschaften haben die Notwendigkeit Lösungen zu finden erkannt und daraufhin bereits unterstützende Maßnahmen vorangetrieben, um Frauen bei dieser Problematik zu unterstützen. Durch gezielte Maßnahmen wie flexible Arbeitszeitmodelle, Elternzeit, Unterstützungsprogramme und einen kulturellen Wandel zeichnet sich eine verbesserte Balance zwischen Arbeit- und Privatleben ab. Zudem übernehmen auch immer mehr Männer familiäre Aufgaben, gehen in Eltern- oder Kurzarbeit und sorgen so für eine Verbesserung. Dennoch bleibt es weiter Weg und auch 2030 wird die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nicht für alle Frauen umzusetzen sein.

Ihre Ansprechpartnerin

Ayaan Güls
Pressesprecherin

Tel. 040/4151-2264
Fax 040/4151-2091
guels@stiftungfuerzukunftsfragen.de

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