Mit qualitativer Freizeitforschung erfolgreich Neuland beschritten. 

Freizeit aktuell, 83

8. September 1989

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(inkl. Grafiken wenn vorhanden)

Mit qualitativer Freizeitforschung erfolgreich Neuland beschritten.

10 Jahre B·A·T Freizeit-Forschungsinstitut.

Auf eine Dekade vielfältiger Forschungstätigkeit kann das BAT Freizeit-Forschungsinstitut in Hamburg zurückblicken. Als gesellschaftliches Engagement der BAT Cigarettenfabriken gegründet, hat das Forschungsinstitut in zehnjähriger objektiver und unabhängiger Forschungsarbeit ein eigenständiges Profil und einen hohen Bekanntheitsgrad in Fachkreisen ebenso wie in der Öffentlichkeit erreicht.

Den Bereich Freizeit als Betätigungsfeld auszuwählen, war auch aus damaliger Sicht naheliegend. Vollzog sich doch der gesellschaftliche Wertewandel zugunsten der Freizeit, die zu einem neuen persönlichen und wirtschaftlichen Gut geworden ist. Die zunehmende Freizeit bedeutet Herausforderung für jeden einzelnen, aber auch für Wirtschaftsunternehmen. Was werden die Menschen mit dem Mehr an Freizeit anfangen, wie bewerten und empfinden sie die frei verfügbare Zeit wirklich?

Diese Fragestellung war die Geburtsstunde der qualitativen Freizeitforschung, ein bis dahin fast unbesetztes Feld. Und damit auch eine Herausforderung für das BAT Freizeit-Forschungsinstitut, dessen wissenschaftliche Leitung Prof. Dr. Horst W. Opaschowski von der Universität Hamburg übernommen hatte.

Die Forschungsvorhaben der letzten 10 Jahre beschäftigten sich mit den verschiedenen gesellschaftlichen Entwicklungen der 80er Jahre. Dazu gehörten ‚psychosoziale Freizeitprobleme in der Familie‘ oder die Studie über die Singles ‚Allein in der Freizeit‘. Die veränderten Ruhestandsregelungen waren Anlaß, die Freizeit im Alter zu untersuchen. Die wachsende Sensibilisierung für Umweltfragen führte zur Untersuchung ‚Freizeit und Umwelt‘.

Nach Studien zu Konsumrausch und Fitnesswelle befaßte sich die letzte der bisher neun grundlegenden Forschungsarbeiten mit dem ‚Freizeitalltag von Frauen‘.

Hinzu karnen eine ganze Anzahl von Projektstudien, die vor allem dem Phänomen Urlaub und Reisen nachspürten sowie viele Kurzberichte zu aktuellen Freizeitthemen. Auf besonders lebhaftes Interesse stieß das Szenario „Freizeit nach dem Jahr 2000“, das faszinierende Zukunfterwartungen weckte.

Einen breiten Raum in der Arbeit des BAT-Instituts nimmt die Kommunikation ein. Neben der Schriftenreihe zur Freizeit-Forschung und Projektstudien erscheint der Pressedienst ‚Freizeit aktuell‘. Anfragen, Stellungnahmen, Interviews sorgen für vielseitige Publizität der Forschungsergebnisse. Hinzu kommt die Teilnahme an Veranstaltungen, Kongressen und Tagungen vielfältiger Art. Das BAT-Institut ist zu einer kompetenten Institution in Freizeitfragen und zu einem gefragten Berater geworden.

Das Thema Freizeit, das bereits vor zehn Jahren ein sehr verlockendes Forschungsobjekt darstellte, hat in dieser Zeit – noch viel mehr als erwartet – an Interesse gewonnen. Sich beschleunigender Wertewandel, veränderte Lebenseinstellungen und Rahmenbedingungen wie Arbeitszeitverkürzungen und Alterstruktur einerseits, das Entstehen einer expansiven Freizeit-industrie und Massentourismus andererseits führen verstärkt zur Auseinandersetzung mit der Freizeit. Längst steht fest, daß Freizeit nicht nur Lebensfreude verheißt. Viele Menschen gehen unvorbereitet in die Freizeit. Vielen fällt es schwerer, die Freizeit zu meistern als die Arbeit.

Hier mit qualitativer Forschung mehr Wissen zu vermitteln, soweit möglich Hilfestellung zu geben, Chancen wie Schattenseiten der Freizeit darzustellen, das sieht das BAT Freizeit-Forschungsinstitut auch zukünftig als wichtige Aufgabe an. Denn seitdem die Arbeitszeit nur noch ‚das halbe Leben‘ ausmacht, hat Freizeit eine wachsende Zukunft. Nicht zuletzt auch wirtschaftlich: Knapp zwei Monatseinkommen werden pro Jahr für Freizeitzwecke ausgegeben; der Anteil des Freizeitmarktes am Bruttosozialprodukt wird auf 15 Prozent geschätzt.

(Den Freizeitreport finden Sie als Anhang im Download-PDF.)

Ihre Ansprechpartnerin

Ayaan Güls
Pressesprecherin

Tel. 040/4151-2264
Fax 040/4151-2091
guels@stiftungfuerzukunftsfragen.de

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