Zukunftserwartungen - Ausg. 05

29. April 2021

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Created with Highcharts 3.0.4Immer mehr Bürger fühlen sich als EuropäerVon je 100 Befragten sagen, sie fühlen sich als Europäer:376064672010201420162021www.stiftungfuerzukunftsfragen.de
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Immer mehr Bürger fühlen sich als Europäer — Von je 100 Befragten sagen, sie fühlen sich als Europäer:
201037
201460
201664
202167
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Aktuell fühlen sich zwei von drei Bundesbürgern als Europäer. Doch das war nicht immer so. In Zeiten der Euro- und Finanzkrise stimmten dieser Aussage nicht einmal zwei von fünf Deutschen zu. Die gegenwärtige Corona-Pandemie hat demnach keinen negativen Einfluss auf das europäische Grundgefühl. Ganz im Gegenteil, denn parallel zu dem steigenden persönlichen Gefühl, sich Europa zugehörig zu fühlen, sank der Wunsch innerhalb der Bevölkerung, dass Deutschland sich mehr um deutsche und weniger um europäische Interessen kümmern solle in den letzten fünf Jahren um 22 Prozentpunkte.

Diese Zahlen stimmen hoffnungsvoll, denn eine Kernvoraussetzung für das Gelingen der Europäischen Gemeinschaft liegt in der emotionalen Verbundenheit der Menschen mit ihrem Kontinent. Dabei bleibt das Bild der Europäischen Union oftmals noch vage und auch ihre Stärken sind wenig greifbar. Für viele Bürger wirkt die EU abstrakt, inhaltslos und bürokratisch.

Eine noch positivere Perspektive auf Europa könnte erreicht werden, wenn man das Potential einer positiven Identifikation schon als im Bürger verankert ansieht und auf diesem aufbauen würde. Die Identität jedes Einzelnen ist nicht unveränderlich oder eine biologische Gegebenheit, sondern wird durch Sozialisation, Gruppenzugehörigkeit und soziale Rollen geprägt und beeinflusst.

Created with Highcharts 3.0.4Wer sich mit Europa identifiziertVon je 100 Befragten sagen, sie fühlen sich als Europäer:6706067730686466637077GesamtbevölkerungFormal geringe BildungFormal mittlere BildungFormal höhere Bildung18-29 Jahre30-39 Jahre40-49 Jahre50-59 Jahre60-69 JahreAb 70 Jahrewww.stiftungfuerzukunftsfragen.de
Daten als Tabelle
Wer sich mit Europa identifiziert — Von je 100 Befragten sagen, sie fühlen sich als Europäer:
Gesamtbevölkerung67
Formal geringe Bildung60
Formal mittlere Bildung67
Formal höhere Bildung73
18-29 Jahre68
30-39 Jahre64
40-49 Jahre66
50-59 Jahre63
60-69 Jahre70
Ab 70 Jahre77
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Auch die Abgrenzung zum Mitmenschen ist hierbei ein wichtiges soziales Verhalten, um sich seiner selbst bewusst zu werden. Diese Abgrenzung bedeutet jedoch keine Ablehnung oder Abwertung von anderen. Sie fördert die Auseinandersetzung, den Austausch und das Erleben von Gemeinsamkeiten und Unterschieden. Wichtige Orte der Auseinandersetzung sind beispielsweise die Familie und der Freundeskreis sowie Institutionen wie Schulen, Universitäten und Unternehmen. Ein kontinuierlicher Erfahrungsaustausch führt entsprechend zu mehr Selbsterkenntnis und einer komplexeren Identität, die nicht nur in einer Ausprägung existiert, sondern sich in vielfältiger Weise den jeweiligen sozialen Anforderungen anpasst. Schließlich ist man nicht nur Vater oder Mutter, Ärztin oder Altenpfleger, Spanier oder Finnin, sondern auch Tochter und Sohn, Nachbar, Freund und Europäer.

Zukunftsweisend wäre es daher, von institutioneller Seite bessere Rahmenbedingungen zu schaffen, die eine positive emotionale Bindung zu Europa stärken, in der sich jeder einzelne Bürger entfalten kann. Diese könnte z.B. eine verbesserte Transparenz und Aufklärung von strukturellen Prozessen beinhalten, eine intensivere Vermittlung von erfolgreichen Beschlüssen, Konzepten und Vereinbarungen, das sichtbare gemeinschaftliche Agieren in Offenheit und Verbundenheit sowie eine stärkere zivilgesellschaftliche Teilhabe. Wenn mehr gesellschaftliche Kräfte – von Politik und Wirtschaft über Wissenschaft und Kultur bis hin zur Bevölkerung – hieran zusammenarbeiten, könnte und würde sich eine starke europäische Identität entwickeln.

Created with Highcharts 3.0.4Fokus auf deutsche oder europäische Interessen? Geringer Unterschied zwischen Ost und West, großer bei der BildungVon je 100 Befragten sagen, dass sich Deutschland mehr um deutsche und weniger umeuropäische Interessen kümmern sollte:75530675738057500565105553Gesamtbevölkerung 2016Gesamtbevölkerung 2021Formal niedrige BildungFormal mittere BildungFormal hohe BildungLandbevölkerungStadtbewohnerFrauenMännerOstWestwww.stiftungfuerzukunftsfragen.de
Daten als Tabelle
Fokus auf deutsche oder europäische Interessen? Geringer Unterschied zwischen Ost und West, großer bei der Bildung — Von je 100 Befragten sagen, dass sich Deutschland mehr um deutsche und weniger um europäische Interessen kümmern sollte:
Gesamtbevölkerung 201675
Gesamtbevölkerung 202153
Formal niedrige Bildung67
Formal mittere Bildung57
Formal hohe Bildung38
Landbevölkerung57
Stadtbewohner50
Frauen56
Männer51
Ost55
West53
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Das Ziel „Mehr Europa“ ist mit Sicherheit eines der größten gesellschaftlichen Themen der Zukunft, entsprechend muss ihm mit Weitsicht und verantwortlichem Zukunftsdenken begegnet werden, um die Chancen zu nutzen und die Risiken zu minimieren. Europa ist mittlerweile weit mehr als ein Friedensgarant. Die EU sorgt für Verbraucherschutz, Arbeitsplätze, einen fairen Wettbewerb, Sicherheit und Umweltschutz. Sie ermöglicht es allen Europäern, überall in der EU leben und arbeiten zu können und bietet der Welt mit ihren gemeinsamen Werten einen Maßstab für Menschenrechte, Demokratie, sozialen Zusammenhalt und Chancengleichheit. Es ist daher dringender denn je, durch kreative, neuartige und zukunftsweisende Lösungsvorschläge die Rolle Europas in der Welt und die Zukunft Europas positiv zu gestalten.

Ihre Ansprechpartnerin

Ayaan Güls
Pressesprecherin

Tel. 040/4151-2264
Fax 040/4151-2091
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