So tickt Deutschland

Anhand 50 ausgewählter, zukunftsbezogener Fragen aus der Lebensrealität der Bundesbürger analysiert Professor Dr. Ulrich Reinhardt in seiner neuesten Publikation die Gegenwart und erstellt Prognosen für die Zukunft. Jenseits oberflächlicher Schlagzeilen und kurzfristiger Entwicklungen, offeriert dieses Buch einen tiefen Einblick in das Denken und Fühlen der Bevölkerung, in ihre Bedürfnisse und Sichtweisen – getreu dem Grundsatz der Stiftung „Die Welt im Wandel – der Mensch im Mittelpunkt“.

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    Chart der Woche, 2024-KW29

    Vertrauen ist eine zentrale Grundlage in jeder Gesellschaft. Diese stabilisiert das soziale Gefüge, erleichtert die Kooperation und fördert ein harmonisches Zusammenleben. Doch wem vertrauen die Bürger derzeit?

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    Ergebnis

    Vertrauen ist eine zentrale Grundlage in jeder Gesellschaft. Diese stabilisiert das soziale Gefüge, erleichtert die Kooperation und fördert ein harmonisches Zusammenleben. Doch wem vertrauen die Bürger derzeit? Mehrheitlich vertrauen die Bundesbürger aktuell lediglich dem Partner und den Freunden. Den Aussagen von wissenschaftlichen Institutionen schenkt immerhin noch etwa jeder Dritte Glaube, während den Medien oder der Kirchen nur jedem zwanzigsten von ihrer Aufrichtigkeit überzeugen. Am Ende der Rangliste rangieren Politiker, denen genauso wenig vertraut wird, wie die Aussagen auf Social Media. Innerhalb der Bevölkerung fehlt besonders formal Geringergebildeten derzeit das Vertrauen in andere. Jeder fünfte mit einem niedrigen Schulabschluss vertraut entsprechend niemandem.

     

    Gründe

    Das geringe Vertrauen in Institutionen lässt sich mit einer zunehmenden Komplexität und Undurchsichtigkeit vieler gesellschaftlicher Prozesse erklären. Institutionen, die einst als Garanten für Objektivität und Verlässlichkeit galten, haben in den Augen vieler Bürger an Glaubwürdigkeit verloren. Medien werden verdächtigt nicht neutral zu berichten oder bestimmte Interessen zu verfolgen. Kirchen werden – statt als moralische Instanzen – durch Skandale, oder als zu dogmatisch wahrgenommen. Politiker wiederum sind oft Ziel von Misstrauen, sei es aufgrund von Unverständnis, unerfüllten Versprechungen oder dem Gefühl der Entfremdung von den Bürgern. Mitbürger mit geringer formaler Bildung äußern sich dabei besonders skeptisch, sind aber gleichzeitig besonders anfällig für Desinformation.

    Demgegenüber steht ein vergleichsweise hoher Vertrauensgrad bei Partnern und Freunden. Das Vertrauen in persönliche Beziehungen basiert auf gegenseitiger Erfahrung und einem Gefühl der Verbundenheit. Es wächst durch gemeinsame Aktivitäten, durch das Teilen von Freuden und Herausforderungen sowie durch das Empfinden von Unterstützung und Verständnis. Diese persönlichen Bindungen schaffen ein Gefühl von Sicherheit und Stabilität, was wiederum das Vertrauen stärkt. Teilweise ist dieses Vertrauen auch noch bei Kollegen und Nachbarn vorhanden, nimmt hier jedoch bereits deutlich ab.

    Prognose

    Vertrauen ist auch in Zukunft der Kitt, der eine Gesellschaft zusammenhält. Um diesen zu erhalten sind fünf Bereiche von besonderer Bedeutung.

    1. Veränderte Medienlandschaft: Medien spielen eine zentrale Rolle in der Informationsvermittlung und Meinungsbildung. Zukünftig ist eine verstärkte Bemühung um Transparenz und Unabhängigkeit notwendig, um das Vertrauen der Öffentlichkeit zurückzugewinnen. Gleichzeitig werden digitale Medienplattformen, die auf mehr Authentizität und direkte Interaktion mit dem Publikum setzen, an Bedeutung gewinnen.
    2. Politische Repräsentation und Partizipation: Die Forderung nach mehr direkter Demokratie und neuen Partizipationsmöglichkeiten wird zunehmen. Durch mehr Teilhabe entsteht mehr Verständnis, was dazu beiträgt, das Vertrauen in politische Prozesse wiederherzustellen und die Legitimität von Entscheidungen zu stärken.
    3. Bildung und Informationskompetenz: Zukünftige Bildungskampagnen müssen darauf abzielen, die Medienkompetenz zu stärken und die Fähigkeit der Bürger zu verbessern, Informationen kritisch zu hinterfragen und zu bewerten. Dieses ist die Basis, um die Anfälligkeit für Desinformation zu verringern und das Vertrauen in Institutionen zu stärken.
    4. Soziale Bindungen und Gemeinschaftsgefühl: Das hohe Vertrauen in persönliche Beziehungen zeigt die Bedeutung von Nähe, gemeinsamer Erfahrung und emotionaler Verbundenheit. Zukünftige gesellschaftliche Entwicklungen sollten entsprechend verstärkt darauf abzielen, das soziale Miteinander und Gemeinschaftsinitiativen zu fördern. Basis hierfür ist der Familien- und Freundeskreis, der – in einem ersten Schritt – über das Kollegium und die Nachbarschaft erweitert wird.
    5. Institutionelle Reformen und Transparenz: Sämtliche Institutionen müssen sich verstärkt um Reformen bemühen, die auf mehr Transparenz, Rechenschaftspflicht und Bürgernähe abzielen. Eine offene Kommunikation über Herausforderungen und Fehltritte sowie ein konsequentes Handeln zur Wiederherstellung verlorenen Vertrauens sind entscheidend, um Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen.
    Vertiefende Infos gibst in dieser Podcastfolge
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    Podcast, Staffel 3 - Folge 20

    Staffel 3, Folge 20

    Vertrauen ist ein zentraler Pfeiler in jeder Gesellschaft. Es stabilisiert das soziale Gefüge, erleichtert die Kooperation und fördert ein harmonisches Zusammenleben. Doch wem vertrauen die Bürger derzeit?

    Erfahre in dieser Folge, warum das Vertrauen aktuell so niedrig ist, und was getan werden muss, um das Vertrauen für die Zukunft zurückzugewinnen.

    Zum Chart der Woche: https://www.stiftungfuerzukunftsfragen.de/chart-der-woche/
    Zum Podcast: https://www.stiftungfuerzukunftsfragen.de/#podcast

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Mit unserer Forschung verfolgen wir das Ziel mit Optimismus zu einer positiven Entwicklung der Gesellschaft beizutragen.

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