(inkl. Grafiken wenn vorhanden)

Das Thema Klimawandel rückt immer stärker in das Bewusstsein der Bundesbürger. Fast drei von vier Bundesbürgern sind aktuell bereit, spürbare Einschränkungen in ihren Konsum- und Lebensgewohnheiten hinzunehmen, wenn dadurch Natur und Umwelt dauerhaft erhalten bleiben. Innerhalb der Bevölkerung sind es vor allem die jungen Erwachsenen und Ruheständler, die dieser Aussage zustimmen. Jeder vierte Bürger möchte hingegen weiterhin seine Freiheit und Unabhängigkeit behalten und das Leben genießen, auch wenn dadurch die Umwelt nachhaltig beeinträchtigt wird.

Doch was genau treibt die Deutschen an, sich umweltschonend zu verhalten? Ist es die Einsicht, dass es nicht ohne Verhaltensänderung geht, oder sind es auch das schlechte Gewissen und der gesellschaftliche Zwang? Das untersucht die gemeinnützige BAT-Stiftung für Zukunftsfragen in ihrer aktuellen Umweltstudie, für die über 3.000 Personen ab 18 Jahren repräsentativ zu ihrem Umweltverhalten befragt wurden.

Created with Highcharts 3.0.4Drei von vier Bürgern zu Einschränkungen bereitVon je 100 Befragten stimmen folgender Aussage zu:2927023323026351771730776870746583Bin bereit, spürbare Einschränkungen hinzunehmen, wenn dadurch Natur und Umwelt erhalten bleibenMöchte Freiheit u. Unabhängigkeit behalten und das Leben genießen, auch wenn dadurch die Umwelt nachhaltig beeinträchtigt wirdGesamt 2018Gesamt 2021Junge Erwachsene (18-24 Jahre)Singles (25-49 Jahre)Paare (25-49 Jahre)Familien (25-49 Jahre)Jungsenioren (50-64 Jahre)Ruheständler (65+ Jahre)www.stiftungfuerzukunftsfragen.de
Daten als Tabelle
Drei von vier Bürgern zu Einschränkungen bereit — Von je 100 Befragten stimmen folgender Aussage zu:
Bin bereit, spürbare Einschränkungen hinzunehmen, wenn dadurch Natur und Umwelt erhalten bleibenMöchte Freiheit u. Unabhängigkeit behalten und das Leben genießen, auch wenn dadurch die Umwelt nachhaltig beeinträchtigt wird
Gesamt 20187129
Gesamt 20217327
Junge Erwachsene (18-24 Jahre)7723
Singles (25-49 Jahre)6832
Paare (25-49 Jahre)7030
Familien (25-49 Jahre)7426
Jungsenioren (50-64 Jahre)6535
Ruheständler (65+ Jahre)8317
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Der Klimawandel findet nicht mehr nur abstrakt in der medialen Berichterstattung statt, sondern er ist ein Alltagsthema geworden. Ob beim Lebensmitteleinkauf, der Urlaubsplanung oder bei technischen Neuanschaffungen – zunehmend mehr Bundesbürger informieren sich über Lieferketten und Inhaltsstoffe, diskutieren über Alternativen, hinterfragen mitunter das eigene Verhalten und ändern daraufhin sogar ihre Prioritäten.

Die Annahme, sich ein ökologisches Leben finanziell nicht leisten zu können, hat dabei zwar weiterhin Bestand, verliert jedoch zunehmend an Gültigkeit. Geht es doch nicht mehr nur um Bio-Lebensmittel, Öko-Spielzeug oder nachhaltige Mode, sondern auch um den Verzicht auf Flugreisen, das Nutzen statt Besitzen, Re- und Upcycling sowie regional statt international zu konsumieren.

Die große Mehrheit der Bevölkerung ist zu zahlreichen persönlichen Einschränkungen bereit bzw. praktiziert diese schon. So möchte beispielsweise nur jeder Sechste nicht auf Ökostrom umstellen und bloß jeder Vierte hat kein Interesse an der Sharing Economy.

Created with Highcharts 3.0.4Umweltschutz Was die Deutschen machen und wozu sie nicht bereit sindVon je 100 Befragten sagen zu folgenden Maßnahmen:667891214181923252829333440404448545759656830303044553752533167523629292850333047322037313065646448365134305110233743393810272651423442Mache ich bereitsDazu wäre ich bereitDazu bin ich nicht bereitMülltrennungAuf Plastiktüten verzichtenEnergiesparlampen benutzenRegionale Lebensmittel kaufenMehr Recyclingprodukte nutzenStand-by Modus ausschaltenAlte Geräte gegen umweltschonende tauschenUmstellen auf “Ökostrom”Weniger mit dem Flugzeug fliegenSolarzellen auf dem HausdachMehr Produkte teilenKauf von Bio-ProduktenWeniger Fleisch essenIm Winter weniger heizenWeniger heißes Wasser verwendenMieten statt kaufenMehr ÖPNV nutzenUrlaub nur noch in DeutschlandHybrid-/E-Auto kaufen, auch wenn es teurer istSpenden für UmweltschutzmaßnahmenAuf ein Auto verzichtenStaatl. Regulierung des EnergieverbrauchsIn Umweltschutzorganisationen mitarbeitenEinführung einer Klimasteuer akzeptierenwww.stiftungfuerzukunftsfragen.de
Daten als Tabelle
Umweltschutz Was die Deutschen machen und wozu sie nicht bereit sind — Von je 100 Befragten sagen zu folgenden Maßnahmen:
Mache ich bereitsDazu wäre ich bereitDazu bin ich nicht bereit
Mülltrennung65306
Auf Plastiktüten verzichten64306
Energiesparlampen benutzen64307
Regionale Lebensmittel kaufen48448
Mehr Recyclingprodukte nutzen36559
Stand-by Modus ausschalten513712
Alte Geräte gegen umweltschonende tauschen345214
Umstellen auf “Ökostrom”305318
Weniger mit dem Flugzeug fliegen513119
Solarzellen auf dem Hausdach106723
Mehr Produkte teilen235225
Kauf von Bio-Produkten373628
Weniger Fleisch essen432929
Im Winter weniger heizen392933
Weniger heißes Wasser verwenden382834
Mieten statt kaufen105040
Mehr ÖPNV nutzen273340
Urlaub nur noch in Deutschland263044
Hybrid-/E-Auto kaufen, auch wenn es teurer ist54748
Spenden für Umweltschutzmaßnahmen143254
Auf ein Auto verzichten232057
Staatl. Regulierung des Energieverbrauchs43759
In Umweltschutzorganisationen mitarbeiten43165
Einführung einer Klimasteuer akzeptieren23068
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Doch sind die Deutschen auch bereit, auf das eigene Auto vor der Haustür oder den Urlaub in weiter Ferne zu verzichten? Professor Dr. Ulrich Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der BAT-Stiftung: „Die Bürger möchten zweifellos die Umwelt schonen. Jedoch möglichst pragmatisch und ohne viele Kompromisse beim eigenen Lebensstandard oder der Lebensqualität. Aus diesem Grund sind derzeit vor allem die Maßnahmen erfolgreich, die auf der Substitution von Gütern basieren.“

So ist bpsw. die Bereitschaft, auf Ökostrom zu wechseln, Energiesparlampen zu nutzen oder faire Lebensmittel im Supermarkt zu kaufen, recht hoch, da das nicht den eigenen Lebensstil verändert, aber ein gutes Gefühl gibt und zudem das Gewissen beruhigt.

Nicht mehr in den Urlaub fahren, außerhalb der Großstadt auf ein eigenes Auto verzichten, sich aktiv im Alltag in einer Umweltorganisation engagieren oder mehr Geld für eine Klimasteuer und Spenden ausgeben sind hingegen Maßnahmen, die das eigene Leben deutlich stärker beeinflussen würden, und entsprechend zurückhaltend äußert sich die Bevölkerung.

Als Fazit hält Reinhardt fest: „Die meisten Bundesbürger sind bereit mitzuhelfen, den Klimawandel zu stoppen, jedoch sollen die persönlichen Einschränkungen dabei möglichst gering sein. Zwingend erforderlich sind daher weiterhin Maßnahmen von Politik und Wirtschaft ebenso wie von Medien und Wissenschaft, um durch Rahmenbedingungen, Berichterstattungen, Aufklärung, Innovationen und konkrete Lösungsvorschläge den Wandel zu einem grünen Alltag für die breite Bevölkerung so leicht wie möglich zu gestalten.“

Ihre Ansprechpartnerin

Ayaan Güls
Pressesprecherin

Tel. 040/4151-2264
Fax 040/4151-2091
guels@zukunftsfragen.de

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