(inkl. Grafiken wenn vorhanden)

Klimawandel, Pandemie, Krieg – viele Bürger haben das Gefühl in fortgesetzten Krisenzeiten zu leben. Die globalen Krisen stellen demnach nicht nur die politischen und wirtschaftlichen Verantwortlichen vor Herausforderungen, sondern gehen auch für viele Bürger mit Belastungen einher. Zu diesem Ergebnis kommt die neueste Untersuchung der gemeinnützigen BAT-Stiftung für Zukunftsfragen, für die repräsentativ 2.000 Bundesbürger befragt wurden.

Kernergebnisse

  • Fast zwei Drittel stresst die unsichere Zukunft
  • Hinsichtlich der Zumutung durch die Pandemie leiden die Bürger nicht nur unter den gesundheitlichen Risiken: Fast die Hälfte klagt über Einschränkungen in ihrem Alltag, insbesondere hinsichtlich ihrer Freizeitaktivitäten
  • Für fast jeden Dritten führt die Angst vor einer Ansteckung zu einem veränderten Freizeitverhalten

Unsere unsichere Zukunft stresst fast zwei Drittel

Unsere unsichere Zukunft stresst fast zwei Drittel – Infografik; alle Werte stehen in der Datentabelle unter der Grafik.

Von je 100 Befragten sagen, dass die unsichere Zukunft (z.B. durch Kriege, Pandemien oder den Klimawandel) sie stresst:

Gesamtbevölkerung (in %)

Daten als Tabelle
Unsere unsichere Zukunft stresst fast zwei Drittel — Gesamtbevölkerung (in %)
JaNein
Frauen6832
Männer5941
Unsere unsichere Zukunft stresst fast zwei Drittel — Gesamtbevölkerung (in %)
Gesamtbevölkerung
Ja64
Nein36
Unsere unsichere Zukunft stresst fast zwei Drittel — Gesamtbevölkerung (in %)
JaNein
Unter 346733
35-54 Jahre6139
Über 556337
Grafik herunterladen:PNG

Für den wissenschaftlichen Leiter der Stiftung, Professor Dr. Ulrich Reinhardt stellen der Klimawandel, Kriege und pandemische Ereignisse sowohl eine indirekte als auch direkte Veränderung des alltäglichen Lebens dar, die viele mit Unsicherheit, Rückzug und Stress verbinden. Hierbei sind Abstufungen zu erkennen. Der Klimawandel wird als dringende, globale Problematik gesehen, die aber (noch) nicht das alltägliche Leben beeinträchtigt. Durch Berichte über Extremwetterereignisse rückt diese zwar immer stärker in das Bewusstsein, ohne jedoch das praktische Verhalten bisher nachhaltig zu verändern. Der Stressfaktor ist so eher auf theoretischer, gedanklicher Ebene zu verorten.

Kriegerische Auseinandersetzungen werden umso belastender empfunden, je näher die geographische Grenze zu ihnen ist, je häufiger über sie medial berichtet wird und je stärker individuelle Einschränkungen hiermit verbunden sind. Der Krieg in der Ukraine zeigt diese Ausprägungen hinsichtlich finanzieller Sorgen, Sicherheitsbedenken und – besonders bei der älteren Bevölkerung – bezüglich belastender Erinnerungen. In Verbindung mit einem zunehmenden Gefühl vor weiterreichenden Herausforderungen (z.B. zunehmende Spaltung der Gesellschaft, Radikalisierung von Teilgruppen, Überforderung oder einem schwindenden Grundkonsens) verstärken sie das Gefühl der Belastung zunehmend.

Knappe Mehrheit empfindet durch Corona keine Einschränkungen mehr

Knappe Mehrheit empfindet durch Corona keine Einschränkungen mehr – Infografik; alle Werte stehen in der Datentabelle unter der Grafik.

Von je 100 Befragten sagen, dass sie durch die Corona-Einschränkungen ihre Freizeit nicht mehr so gestalten können, wie sie es möchten:

Daten als Tabelle
Knappe Mehrheit empfindet durch Corona keine Einschränkungen mehr — Von je 100 Befragten sagen, dass sie durch die Corona-Einschränkungen ihre Freizeit nicht mehr so gestalten könn
JaNein
Gesamt4654
Frauen4753
Männer4555
Unter 34 Jahre4555
35-54 Jahre4852
Über 55 Jahre4555
Grafik herunterladen:PNG

Die Pandemie betrifft die individuelle Befindlichkeit in besonderem Maße, da mit ihr direkte Einschränkungen und Veränderungen verbunden werden. So gibt fast jeder zweite Bürger an, seine gewohnten Freizeitaktivitäten nicht durchführen zu können. Grund hierfür sind sowohl externe als auch interne Faktoren: Zu den äußeren Faktoren gehören u.a. neue Regelungen, Verbote, reduziertes Angebot von organisierten und offenen Freizeitmöglichkeiten oder finanzielle Mehrkosten. Zu den inneren Motiven zählt vor allem die Angst vor Ansteckung, die für ein Drittel der Befragten zu einem modifizierten Freizeitverhalten, neue Prioritätensetzung oder Frustrationen über Einschränkungen führt.

Zwei Drittel haben keine Angst mehr vor einer Coronainfektion

Zwei Drittel haben keine Angst mehr vor einer Coronainfektion – Infografik; alle Werte stehen in der Datentabelle unter der Grafik.

Von je 100 Befragten antworten auf die Frage, ob sie Angst haben sich mit Corona anzustecken:

Daten als Tabelle
Zwei Drittel haben keine Angst mehr vor einer Coronainfektion — Von je 100 Befragten antworten auf die Frage, ob sie Angst haben sich mit Corona anzustecken:
JaNein
Gesamt3466
Frauen3466
Männer3466
Unter 34 Jahre3268
33-54 Jahre3466
Über 55 Jahre3661
Grafik herunterladen:PNG

Trotz allen Herausforderungen und negativen Zahlen betont Reinhardt auch die positiven Aspekte der Untersuchung: „Ein Drittel empfindet die aktuellen Herausforderungen und Krisen als nicht belastend oder hat Mittel und Wege gefunden, diesen zu begegnen. Die Hälfte der Bevölkerung hat sich an die Gegebenheiten angepasst und führt weiterhin (oder wieder) ein unbeschwertes und aktives Freizeitleben. Und zwei Drittel haben mittlerweile keine Angst mehr vor einer Ansteckung“.

Ihre Ansprechpartnerin

Ayaan Güls
Pressesprecherin

Tel. 040/4151-2264
Fax 040/4151-2091
guels@zukunftsfragen.de

Beitrag teilen: