Projekt Europäische Identität: Top oder Flop?

Chart der Woche, 2024-KW23

6. Juni 2024

 

Ergebnis

Das Motto der EU „In Vielfalt vereint“ steht als Zeichen für die unterschiedliche Kulturen innerhalb einer Union, in der alle gleichberechtigt gemeinsame und eigene Interessen, Hoffnungen und Träume verwirklichen können. Doch wie vereint sind die Bürger der Europäischen Union? Wie stark glauben sie an eine wahre menschliche Nähe, die über Ländergrenzen hinaus reicht? 29 Prozent der Bundesbürger gehen von einem zukünftigen Zusammenrücken Europas aus, während 71 Prozent eher ein Auseinanderdriften erwarten. Die unterschiedlichen Sichtweisen zeigen sich besonders innerhalb der verschiedenen Altersgruppen. So ist bei der jüngeren Generation die positive Erwartung eines engeren Miteinanders doppelt so hoch wie bei der älteren Generation über 55 Jahren.

 

Gründe

Ein zentrales Argument der Europaskeptiker ist die Angst vor dem Verlust der nationalen Identität. Sie möchten, dass sich die Staaten auf nationale Belange konzentrieren, ähnlich dem „America First“-Prinzip in den USA, und bevorzugen eine nationale Kontrolle über wichtige Angelegenheiten, wie Wirtschafts- oder Einwanderungspolitik. Zudem äußern sie ein geringes Vertrauen in die EU-Vertreter.

Anders ist die Sichtweise der Europabefürworter. Gerade die junge Generation sieht die zahlreichen Vorteile eines zusammenwachsenden Europas: Von Sicherheit und Stabilität über Vorteile bei Reisen und Arbeitsaufenthalten im Ausland bis hin zu einem wirtschaftlichen Gegengewicht zu Ländern wie China oder den USA. Mehr europäische Integration bietet für sie zudem die Chance auf eine aktivere Beteiligung an der Gestaltung der Zukunft Europas und der Welt. Denn große Fragen, vom Klimawandel über Digitalisierung und soziale Gerechtigkeit bis hin zu Bildung, können am besten gemeinsam beantwortet werden.

 

Prognose

Europa steht an einem Scheideweg, und die Zukunft des Kontinents hängt von der Bereitschaft und der Offenheit der Bürger ab. Ein Zukunftsszenario könnte ein loses Staatenbündnis sein, welches bei bestimmten Themen zusammenarbeitet, sich bei anderen Themen jedoch voneinander abgrenzt und ganz unterschiedliche Wege wählt.

Alternativ könnte Europa näher zusammenwachsen, eine aktivere Rolle in der internationalen Politik und Wirtschaft spielen, gemeinsam Herausforderungen angehen, und das wissentlich der in der Konsequenz unterschiedlichen nationalstaatlichen Belastung. Erforderlich hierfür wird in jedem Fall eine bessere Kommunikation und Vermittlung der Vorteile und Konsequenzen sein, damit die Bürger ein Verständnis für ein gemeinsames Europa entwickeln können.

Ihre Ansprechpartnerin

Ayaan Güls
Pressesprecherin

Tel. 040/4151-2264
Fax 040/4151-2091
guels@zukunftsfragen.de

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