Chart der Woche, 2023-KW37

14. September 2023

(inkl. Grafiken wenn vorhanden)

Langzeitvergleich: Corona hat die Nutzung verändert

Von je 100 Befragten telefonieren wenigstens einmal die Woche von unterwegs:

16 29 42 54 67 80 2000 16 2001 24 2002 28 2003 28 2007 56 2010 68 2011 65 2013 72 2014 74 2015 75 2016 80 2018 78 2019 78 2020 53 2021 56 2022 58 2023 58 Unterwegs telefonieren
Repräsentativbefragung von 2.000 Personen. ab 18 J. in Deutschland,
Jul. / Aug. 2023 www.stiftungfuerzukunftsfragen.de
Daten als Tabelle
Langzeitvergleich: Corona hat die Nutzung verändert — Von je 100 Befragten telefonieren wenigstens einmal die Woche von unterwegs:
Unterwegs telefonieren
200016
200124
200228
200328
200756
201068
201165
201372
201474
201575
201680
201878
201978
202053
202156
202258
202358
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Ergebnis

Die Nutzung von Mobiltelefonen hat in Deutschland in den letzten zwei Jahrzehnten einen bemerkenswerten Anstieg erlebt. Wie die neusten Ergebnisse auf unserer Sonderseite www.Freizeitmonitor.de zeigen, nutzen fast drei von fünf Bundesbürgern regelmäßig – d.h. mindestens einmal pro Woche – ihr Smartphone für Telefonate von unterwegs. Im Vergleich zu 2003 hat sich die Mobiltelefonnutzung damit mehr als verdreifacht. Doch auch wenn das Handy zu einem unverzichtbaren Begleiter vieler Bürger geworden ist, hat sich das Telefonieren von unterwegs in den vergangenen drei Jahren deutlich reduziert und es werden aktuell genauso viele Anrufe von unterwegs getätigt wie vor 15 Jahren.

Gründe

Während der COVID-19-Pandemie gab es erhebliche Veränderungen im Arbeits-, Freizeit und Kommunikationsverhalten der Bürger. Lockdowns, Einschränkungen und Social Distancing brachten u.a. mehr Homeoffice, eine Reduzierung der persönlichen Kontakte sowie mehr innerhäuslichen Aktivitäten mit sich. All diese Umstellungen führten zu einem Rückgang der Notwendigkeit, Mobiltelefone für Anrufe von unterwegs zu nutzen. Parallel dazu gewannen Videotelefonie, Textnachrichten, Messenger-Apps und soziale Medien weiter an Bedeutung, bzw. ersetzen so manches Telefonat.

Einen großen Einfluss hat zudem die Zeitfrage. In einer schnelllebigen Welt schätzen viele Bürger die Möglichkeit, Nachrichten zu senden und zu empfangen, ohne die volle Aufmerksamkeit darauf zu richten, können sie so doch gleichzeitig zusätzlich anderen Aktivitäten nachgehen. Ein Telefonat dagegen erfordert die volle Aufmerksamkeit, dauert in der Regel länger als das Verfassen einer Nachricht und kann nur bedingt nebenbei erledigt werden. Texten – als Form der asynchronen Kommunikation – ermöglicht es, diesen zeitlichen Aspekt maximal zu beeinflussen. In diesem Zusammenhang passt auch die Freiheit Nachrichten erst dann zu schreiben, wenn es gerade passt.

Besonders für die jüngeren Generationen spielen darüber hinaus soziale Normen und eine veränderte Kommunikationskultur eine wichtige Rolle. Textnachrichten sind die gängige Form der Kommunikation, während Telefonate immer öfter nur dann geführt werden, wenn dieses notwendig ist.

Prognose

Mobiltelefone bleiben ein integraler Bestandteil des modernen Lebens, jedoch wird sich ihre Nutzung weiterentwickeln und den sich ändernden Bedürfnissen der Bürger anpassen. Statt der ursprünglichen Nutzung zum Telefonieren werden Nachrichten-Plattformen wie WhatsApp, Facebook Messenger und Signal eine zunehmend wichtigere Rolle bei der Kommunikation spielen. Die Integration von Funktionen wie Videoanrufe, Gruppenchats, Sprachnachrichten und Bezahldienste in das Leistungsspektrum der Apps wird die Attraktivität von Textnachrichten als All-in-One-Kommunikationsmittel dabei weiter steigern. Traditionelle Mobiltelefonie wird jedoch auch zukünftig weiterhin eine große Rolle spielen und je nach Anlass und Präferenz von vielen Bürgern genutzt werden.

(Mehr zu diesem Thema finden Sie auf unserer Sonderseite www.freizeitmonitor.de)

Ihre Ansprechpartnerin

Ayaan Güls
Pressesprecherin

Tel. 040/4151-2264
Fax 040/4151-2091
guels@zukunftsfragen.de

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