(inkl. Grafiken wenn vorhanden)

Aktuell bekommen hierzulande 100 Frauen 135 Kinder, vor zehn Jahren waren es noch 159. Die zunehmende Kinderlosigkeit in Deutschland ist vor allem ein Ausdruck wachsender Unsicherheit – nicht fehlender Familienwünsche. Wer keine Kinder bekommt, nennt meist nicht nur einen Grund, sondern eine ganze Reihe von Vorbehalten, die sich gegenseitig verstärken. So nennen zwei Drittel als Grund gegen Kinder den hohen finanziellen Aufwand. Eine Mehrheit nennt aber auch die Sorge um eine sichere Zukunft der Kinder, den Wunsch nach Freiheit und Unabhängigkeit sowie fehlende staatliche Voraussetzungen.

Warum die Deutschen keine Kinder bekommen

Von je 100 Befragten nennen als Gründe, warum viele Bürger keine Familie gründen:

Kinder kosten (zuviel) Geld 66 Unsichere Zukunft für die Kinder 59 Wollen lieber frei und unabhängig bleiben 58 Staatliche Voraussetzungen fehlen 55 Weil der richtige Partner fehlt 48 Berufliche Karriere ist wichtiger als Familiegründung 43 Karriere lässt sich nur schlecht mit Familie vereinbaren 43 Kinder stellen keinen erfüllenden Lebensinhalt dar 24 Es ist nie der richtige Zeitpunkt für Nachwuchs 23 Angst vor Scheidung und Alleinerziehung 20
Online Repräsentativbefragung von 2.000 Personen ab 18 Jahren durch die GfK in Deutschland
Daten als Tabelle
Warum die Deutschen keine Kinder bekommen — Von je 100 Befragten nennen als Gründe, warum viele Bürger keine Familie gründen:
Kinder kosten (zuviel) Geld66
Unsichere Zukunft für die Kinder59
Wollen lieber frei und unabhängig bleiben58
Staatliche Voraussetzungen fehlen55
Weil der richtige Partner fehlt48
Berufliche Karriere ist wichtiger als Familiegründung43
Karriere lässt sich nur schlecht mit Familie vereinbaren43
Kinder stellen keinen erfüllenden Lebensinhalt dar24
Es ist nie der richtige Zeitpunkt für Nachwuchs23
Angst vor Scheidung und Alleinerziehung20

 

Zeitvergleich: Unsicherheit verdrängt berufliche Argumente

Im Zehnjahresvergleich treten vor allem drei Verschiebungen hervor: Die Sorge um eine gute Zukunft der Kinder gewinnt deutlich an Bedeutung (+13 %), ebenso der Hinweis auf fehlende staatliche Voraussetzungen (+14 %). Zugleich werden berufliche Argumente deutlich seltener genannt: Dass sich Karriere nur schwer mit Familie vereinbaren lasse, verliert an Bedeutung (-8 %), ebenso die Aussage, beruflicher Erfolg sei wichtiger als Familiengründung (-12 %).

Professor Dr. Ulrich Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung, sagt hierzu:

„Nicht berufliche Gegensätze zur Familie stehen heute im Vordergrund, sondern fehlende Rahmenbedingungen. In einer Zeit gefühlter Unsicherheit sorgen sich viele Bürger, ob die eigenen Kinder noch sicher und in Wohlstand leben werden.“

Warum die Deutschen keine Kinder bekommen

Von je 100 Befragten nennen als Gründe, warum viele Bürger keine Familie gründen:

Zu-/ Abnahme ggü. 2016 in PP Kinder kosten (zuviel) Geld 66 +3 Unsichere Zukunft für die Kinder 59 +13 Wollen lieber frei und unabhängig bleiben 58 -3 Staatliche Voraussetzungen fehlen 55 +14 Weil der richtige Partner fehlt 48 +8 Berufliche Karriere ist wichtiger als Familiegründung 43 -8 Karriere lässt sich nur schlecht mit Familie vereinbaren 43 -12 Kinder stellen keinen erfüllenden Lebensinhalt dar 24 +6 Es ist nie der richtige Zeitpunkt für Nachwuchs 23 -4 Angst vor Scheidung und Alleinerziehung 20 +4
Online Repräsentativbefragung von 2.000 Personen ab 18 Jahren durch die GfK in Deutschland
Daten als Tabelle
Warum die Deutschen keine Kinder bekommen — Von je 100 Befragten nennen als Gründe, warum viele Bürger keine Familie gründen:
Zu-/ Abnahme ggü. 2016 in PP
Kinder kosten (zuviel) Geld66+3
Unsichere Zukunft für die Kinder59+13
Wollen lieber frei und unabhängig bleiben58-3
Staatliche Voraussetzungen fehlen55+14
Weil der richtige Partner fehlt48+8
Berufliche Karriere ist wichtiger als Familiegründung43-8
Karriere lässt sich nur schlecht mit Familie vereinbaren43-12
Kinder stellen keinen erfüllenden Lebensinhalt dar24+6
Es ist nie der richtige Zeitpunkt für Nachwuchs23-4
Angst vor Scheidung und Alleinerziehung20+4

 

Frauen warten auf Verlässlichkeit, Männer auf die Karrierepause

Bei den Geschlechterunterschieden zeigen sich ebenfalls klare Akzente: Frauen nennen neben den Rahmenbedingungen häufiger den fehlenden Partner, was auf veränderte Partnerschafts- und Bildungsbiografien verweist. Männer geben dagegen häufiger an, die berufliche Karriere zu priorisieren. Familiengründung hängt für viele Frauen damit stärker von verlässlichen äußeren Bedingungen und einer passenden Partnerschaft auf Augenhöhe ab.

Kein Geld und kein Partner

Von je 100 befragten Frauen nennen als Gründe, warum viele Bürger keine Familie gründen:

Unterschied zu Männern in PP Kinder kosten (zuviel) Geld 67 +3 Unsichere Zukunft für die Kinder 66 +16 Staatliche Voraussetzungen fehlen 58 -1 Wollen lieber frei und unabhängig bleiben 58 +8 Weil der richtige Partner fehlt 50 +6 Karriere lässt sich nur schlecht mit Familie vereinbaren 43 -1 Berufliche Karriere ist wichtiger als Familiegründung 41 -5 Kinder stellen keinen erfüllenden Lebensinhalt dar 24 0 Es ist nie der richtige Zeitpunkt für Nachwuchs 22 -1 Angst vor Scheidung und Alleinerziehung 20 +2
Online Repräsentativbefragung von 2.000 Personen ab 18 Jahren durch die GfK in Deutschland
Daten als Tabelle
Kein Geld und kein Partner — Von je 100 befragten Frauen nennen als Gründe, warum viele Bürger keine Familie gründen:
Unterschied zu Männern in PP
 Kinder kosten (zuviel) Geld67+3
 Unsichere Zukunft für die Kinder66+16
 Staatliche Voraussetzungen fehlen58-1
 Wollen lieber frei und unabhängig bleiben58+8
 Weil der richtige Partner fehlt50+6
 Karriere lässt sich nur schlecht mit Familie vereinbaren43-1
 Berufliche Karriere ist wichtiger als Familiegründung41-5
 Kinder stellen keinen erfüllenden Lebensinhalt dar240
 Es ist nie der richtige Zeitpunkt für Nachwuchs22-1
 Angst vor Scheidung und Alleinerziehung20+2

 

Kinderlose: Selbstbestimmt statt familiengebunden

Bei kinderlosen Bürgern konzentrieren sich die Gründe gegen Nachwuchs vor allem auf den eigenen Lebensentwurf und auf die Voraussetzungen, unter denen Familiengründung für sie überhaupt vorstellbar erscheint. Besonders häufig genannt wird der Wunsch, frei und unabhängig zu bleiben. Kinderlosigkeit ist für sie kein bloßer Verzicht, sondern häufig eine bewusste Entscheidung zugunsten von Selbstbestimmung und offeneren biografischen Optionen.

Hinzu kommt die hohe Bedeutung der Partnerschaftsfrage. Der fehlende richtige Partner zählt für viele Kinderlose zu den zentralen Hürden auf dem Weg zur Familie. Reinhardt:

„Familiengründung setzt aus Sicht vieler Kinderloser nicht nur den Wunsch nach Kindern voraus, sondern auch eine stabile Beziehung, die Verlässlichkeit, gemeinsame Perspektiven und eine tragfähige Alltagsbasis bietet. Wo diese Voraussetzung fehlt, wird Elternschaft verschoben oder ganz verworfen.“

Als dritter Punkt bleibt der finanzielle Aufwand prägend. Kinder gelten als kostspielig, und gerade aus Sicht Kinderloser verbindet sich dieser Gedanke mit der Sorge, eigene Freiräume, Konsummöglichkeiten und Zukunftspläne einschränken zu müssen.

Was für Kinderlose gegen Nachwuchs spricht

Von je 100 befragten kinderlosen Bürgern nennen als Gründe gegen Kinder:

Unterschied zu Eltern in PP Kinder kosten (zuviel) Geld 67 +6 Unsichere Zukunft für die Kinder 60 +4 Wollen lieber frei und unabhängig bleiben 55 +6 Weil der richtige Partner fehlt 49 +6 Staatliche Voraussetzungen fehlen 49 +6 Berufliche Karriere ist wichtiger als Familiegründung 44 +2 Karriere lässt sich nur schlecht mit Familie vereinbaren 44 +5 Kinder stellen keinen erfüllenden Lebensinhalt dar 22 -5 Es ist nie der richtige Zeitpunkt für Nachwuchs 20 -7 Angst vor Scheidung und Alleinerziehung 18 -6
Online Repräsentativbefragung von 2.000 Personen ab 18 Jahren durch die GfK in Deutschland
Daten als Tabelle
Was für Kinderlose gegen Nachwuchs spricht — Von je 100 befragten kinderlosen Bürgern nennen als Gründe gegen Kinder:
Unterschied zu Eltern in PP
 Kinder kosten (zuviel) Geld67+6
 Unsichere Zukunft für die Kinder60+4
 Wollen lieber frei und unabhängig bleiben55+6
 Weil der richtige Partner fehlt49+6
 Staatliche Voraussetzungen fehlen49+6
 Berufliche Karriere ist wichtiger als Familiegründung44+2
 Karriere lässt sich nur schlecht mit Familie vereinbaren44+5
 Kinder stellen keinen erfüllenden Lebensinhalt dar22-5
 Es ist nie der richtige Zeitpunkt für Nachwuchs20-7
 Angst vor Scheidung und Alleinerziehung18-6

 

Fazit: Familie braucht gute Bedingungen – und den Mut, sie zu nutzen

Am Ende verdichtet sich aus den Ergebnissen ein klares Bild: Kinderlosigkeit ist heute weniger Ausdruck eines fehlenden Familienwunsches als Folge wachsender Unsicherheit und hoher Anforderungen an die Bedingungen von Familiengründung. Nicht ein einzelner Hinderungsgrund gibt den Ausschlag, sondern das Zusammenwirken von finanziellen Vorbehalten, Zukunftssorgen, Freiheitsansprüchen und biografischen Unsicherheiten.

Zugleich machen die Unterschiede zwischen den Geschlechtern sowie zwischen Kinderlosen und Eltern sichtbar, wie verschieden die Perspektiven auf Nachwuchs ausfallen können. Gefordert sind daher Politik und Wirtschaft, verlässliche und gute Rahmenbedingungen zu schaffen – aber auch die Bürger selbst, den Mut zur Familiengründung aufzubringen. Denn wenn gesellschaftliche Rahmenbedingungen verlässlicher werden, Partnerschaften stabiler und gleichberechtigter erlebt werden und die Zukunft wieder stärker planbar erscheint, dürfte auch die Bereitschaft zunehmen, sich Familie nicht nur zu wünschen, sondern sie tatsächlich zu gründen.

Ihre Ansprechpartnerin

Ayaan Güls
Pressesprecherin

Tel. 040/4151-2264
Fax 040/4151-2091
guels@zukunftsfragen.de

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