(inkl. Grafiken wenn vorhanden)

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Die BAT-Stiftung für Zukunftsfragen stellt am 20. September 2022 ihren „Freizeit-Monitor 2022“ vor. Für die seit 1982 durchgeführte Studie wurden über 3.000 Personen im Alter von 18 bis 74 Jahren repräsentativ zu ihrem Freizeitverhalten sowie zum Sonderthema „Stress in der Freizeit“ befragt.

Kernergebnisse

Die häufigsten Freizeitaktivitäten der Bundesbürger
Internet baut Dominanz aus, Social Media erstmals in den Top 10

Freizeitaktivitäten im 40-Jahresvergleich
In eigenen vier Wänden, statt unter Leuten

Was in der Freizeit stresst
Von Zeitmangel bis zur eigenen Lebensplanung

Die häufigsten Freizeit-Aktivitäten der Bundesbürger

Internet baut Dominanz aus, Social Media erstmals Top 10

Die Dominanz des Internets ist ungebrochen. 97 Prozent aller Bundesbürger zwischen 18-74 Jahren sind regelmäßige (d.h. wenigstens einmal die Woche) online aktiv. Vor zehn Jahren waren es nur etwa halb so viele (2012: 53%). Das Fernsehen bleibt auf Platz 2 der beliebtesten Freizeitaktivitäten, gefolgt von der PC/Laptop/Tablet Nutzung. Erstmals in den Top 10 der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen tauchen auch Social Media Angebote auf: Facebook, Instagram, LinkedIn, TikTok, Snapchat oder Twitter werden von mehr als zwei Drittel regelmäßig genutzt.

Die Mehrheit der Deutschen ist in der Freizeit aber auch offline aktiv – so verbringen z.B. zwei von drei Bürgern ihre Zeit gemeinsam mit dem Partner, mit Backen oder Kochen. Fast ebenso viele genießen es in Ruhe einen Kaffee zu trinken oder einfach einmal nichts zu tun. Und ebenfalls eine Mehrheit geht wenigstens einmal die Woche spazieren oder hält sich in der Natur auf.

Wie die Mehrheit der Bundesbürger ihre Freizeit verbringt

Von je 100 Befragten nennen als regelmäßige Freizeitaktivität (wenigstens einmal pro Woche):

Internet nutzen 97 Fernsehen 86 Mit dem Computer beschäftigen 82 Musik hören 82 E-Mail lesen/ schreiben 80 Smartphone nutzen (nicht telefonieren) 77 Radio hören 74 Seinen Gedanken nachgehen 71 Über wichtige Dinge reden 69 Social Media nutzen 67 Backen/ kochen 66 Gemeinsame Zeit mit dem Partner verbringen 66 Telefonieren von zu Hause 64 Faulenzen/ Nichtstun 62 Kaffeetrinken/ Kuchen essen 62 Telefonieren von unterwegs 58 Spazieren gehen 57 In der Natur aufhalten 57 Ausschlafen 56 Etwas für die eigene Gesundheit tun 53 Serien/ Filme streamen (z.B. Netflix) 51
Daten als Tabelle
Wie die Mehrheit der Bundesbürger ihre Freizeit verbringt — Von je 100 Befragten nennen als regelmäßige Freizeitaktivität (wenigstens einmal pro Woche):
 Internet nutzen97
 Fernsehen86
 Mit dem Computer beschäftigen82
 Musik hören82
E-Mail lesen/ schreiben80
Smartphone nutzen (nicht telefonieren)77
 Radio hören74
 Seinen Gedanken nachgehen71
 Über wichtige Dinge reden69
 Social Media nutzen67
 Backen/ kochen66
 Gemeinsame Zeit mit dem Partner verbringen66
 Telefonieren  von zu Hause64
 Faulenzen/ Nichtstun62
 Kaffeetrinken/ Kuchen essen62
 Telefonieren von unterwegs58
 Spazieren gehen57
 In der Natur aufhalten57
 Ausschlafen56
 Etwas für die eigene Gesundheit tun53
 Serien/ Filme streamen (z.B. Netflix)51
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Freizeitaktivitäten im 40-Jahresvergleich

In den eigenen vier Wänden, statt unter Leuten

Seit vier Jahrzehnten untersucht die Stiftung für Zukunftsfragen das Freizeitverhalten der Bundesbürger. Im 40-Jahresvergleich zeigt sich, dass lediglich vier Aktivitäten bereits 1982 zu den häufigsten Freizeitbeschäftigungen zählen: Musik hören und Fernsehen sowie seinen Gedanken nachgehen und über wichtige Dinge reden. Aktivitäten wie Zeitung lesen (1982: Platz 1), etwas mit Freunden unternehmen (Platz 2) oder Buch lesen (Platz 9) werden gegenwärtig nur noch von einer Minderheit regelmäßig ausgeübt. Zudem zeigt sich, dass die Freizeit zunehmend in den eigenen vier Wänden stattfindet. Zählten in den letzten Jahrzehnten stets auch mehrere außerhäusliche Aktivitäten zu den beliebtesten Beschäftigungen, finden aktuell die zehn häufigsten Aktivitäten in der Regel daheim statt. Der wissenschaftliche Leiter der Stiftung für Zukunftsfragen, Professor Dr. Ulrich Reinhardt, erklärt dies wie folgt:

„Auch wenn es stetig immer mehr außerhäusliche Freizeitangebote gibt, werden sie deswegen nicht auch immer häufiger genutzt. Freizeit bleibt in erster Linie Erholungszeit – und diese wird zuhause verbracht. Zudem spielen aber auch eine älter werdende Gesellschaft, kleinere Familienstrukturen, ein sehr attraktives Medienangebot sowie die gegenwärtige Inflation und Unsicherheit eine Rolle“.

Freizeitstress statt Coronablues

Was in der Freizeit am meisten stresst

Von je 100 Befragten sagen, dass sie sich bei den genannten Freizeitsituationen gestresst fühlen:

2022 Veränderung zu 2015 Schlange stehen und/oder Gedränge 60 -5 Stau, viel Verkehr 58 -13 Störungen von anderen 57 -6 Zeit mit Menschen, die man nicht mag 56 -17 Nicht genügend Zeit für sich und andere 51 0 Nicht genügend Zeit zum Ausschlafen 50 -8 Zu hohe Geldausgaben 49 +3 Überall Werbung 49 +6 Lärmbelästigung durch Dritte 47 +6 Langweilige Gesellschaft 43 -8 Verpflichtungen gegenüber anderen 42 +9 Ständige Erreichbarkeit 41 +8 Geschenkeinkäufe 35 -2 Rücksichtnahme auf andere 35 -2 Medienkonsum von anderen 34 -5 Eigene Lebensplanung 34 +12 Dauerberieselung mit Musik 30 -3 Medialer Druck (z.B. Aussehen, Verhalten) 26 +3 Entscheidungsdruck durch Überangebot 18 +6 Gefühl mit anderen mithalten zu müssen 18 +2
Daten als Tabelle
Freizeitstress statt Coronablues — Was in der Freizeit am meisten stresst — Von je 100 Befragten sagen, dass sie sich bei den genannten Freizeitsituationen gestresst fühlen:
2022Veränderung zu 2015
 Schlange stehen und/oder Gedränge60-5
 Stau, viel Verkehr58-13
 Störungen von anderen57-6
 Zeit mit Menschen, die man nicht mag56-17
Nicht genügend Zeit für sich und andere510
 Nicht genügend Zeit zum Ausschlafen 50-8
 Zu hohe Geldausgaben 493
 Überall Werbung496
 Lärmbelästigung durch Dritte 476
 Langweilige Gesellschaft 43-8
 Verpflichtungen gegenüber anderen429
 Ständige Erreichbarkeit 418
 Geschenkeinkäufe35-2
 Rücksichtnahme auf andere35-2
 Medienkonsum von anderen  34-5
 Eigene Lebensplanung 3412
 Dauerberieselung mit Musik 30-3
 Medialer Druck (z.B. Aussehen, Verhalten)263
 Entscheidungsdruck durch Überangebot186
 Gefühl mit anderen mithalten zu müssen 182
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Nichts stresst die Bundesbürger in ihrer Freizeit so sehr, wie Zeit zu vergeuden – sei es beim Schlange stehen oder im Stau. Aber auch Mitmenschen stressen die Deutschen, indem sie einen stören, man die Gesellschaft von Menschen ertragen muss, die man nicht mag, oder einem schlichtweg zu wenig Zeit für sich oder andere bleibt. Gemeinsam ist all diesen Stressfaktoren, dass sie im Zeitvergleich abgenommen haben. Erklärt werden kann dies mit den Auswirkungen der Pandemie. Sie hat zu weniger Kontaktmöglichkeiten, weniger Angeboten und mehr individueller Zeit geführt. Mehr Stress als vor der Pandemie empfinden die Deutschen dabei vor allem durch gefühlte Verpflichtungen, ständige Erreichbarkeit sowie der Werbeflut im Internet, Fernsehen und Alltag. Am meisten gestiegen ist der Stresslevel jedoch bei der eigenen Lebensplanung, sei es in puncto Karriere, Familie oder Selbstverwirklichung. Reinhardt:

„Gefangen zwischen Erwartungen von Dritten, scheinbar grenzenlosen Möglichkeiten und den eigenen Bedürfnissen, fühlen sich zunehmend mehr Bürger gestresst. Ein Ausstieg aus diesem Hamsterrad ist nicht einfach, weshalb auch die Gefahr von Burnout steigt“.

Auf www.freizeitmonitor.de finden Sie viele weitere Ergebnisse dieser Studie. Schauen Sie gern vorbei!

Freizeit-Monitor 2022:

  • Beliebteste Freizeitaktivitäten der Deutschen
  • Gewinner und Verlierer im 10-Jahresvergleich
  • Aktive und passive Freizeitaktivitäten im 40-Jahresvergleich
  • Mediennutzung im Langzeitvergleich
  • Was die Deutschen in der Freizeit stresst
  • Unterschiede in der Freizeitgestaltung sowie beim Stressempfinden
    o nach Geschlecht
    o nach Alter
    o nach Einkommen

Ihre Ansprechpartnerin

Ayaan Güls
Pressesprecherin

Tel. 040/4151-2264
Fax 040/4151-2091
guels@zukunftsfragen.de

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