Mehr Frauen in Führungspositionen: Optimistische Erwartungen über eine Gleichstellung in der Chefetage?

Chart der Woche, 2023-KW51

21. Dezember 2023

 

Ergebnis

Der Anteil von berufstätigen Frauen in Deutschland wächst kontinuierlich. Waren vor zehn Jahren noch 72 Prozent der Frauen erwerbstätig, sind es aktuell 75 Prozent. Damit ist die weibliche Erwerbsquote in Deutschland eine der höchsten in ganz Europa. Wenn es um weibliche Führungskräfte geht, liegt das Land im europäischen Vergleich allerdings nur im unteren Drittel mit rund 29 Prozent (EU Durchschnitt: 35%).

Fast drei Viertel aller Bundesbürger erwarten jedoch in Zukunft eine deutlich höhere Quote, dabei sind sich alle Gruppierungen, unabhängig von Alter, Einkommen oder Bildung, einig. Nur Frauen bewerten ihre berufliche Zukunft in Bezug auf Führungspositionen leicht unterdurchschnittlich, während Männer dieser Aussage leicht überdurchschnittlich oft zustimmen.

 

Gründe

Die optimistische Erwartungshaltung vieler Bürger in Bezug auf eine zukünftig höhere Quote weiblicher Führungskräfte in Deutschland lässt sich auf verschiedene Faktoren zurückführen. Ein wichtiger Aspekt ist der erkennbare Bewusstseinswandel in der Gesellschaft. Im Zuge dieses Wandels wird zunehmend die Bedeutung von Geschlechtergleichstellung und Diversität erkannt und eine wachsende Zahl von Bürgern befürwortet aktiv Maßnahmen zur Förderung von Frauen in der Arbeitswelt. Hieran schließt sich eine öffentliche Debatte über die gegenwärtig (zu) niedrige Quote weiblicher Führungskräfte an, die Druck auf die Unternehmen erzeugt. Parallel erkennen aber auch immer mehr Unternehmen die Chancen und Vorteile von mehr weiblichen Führungskräften und implementieren entsprechende Maßnahmen zur Umsetzung, von Mentoring-Programmen bis zu flexibleren Arbeitsbedingungen.

Auch unterstützen politische Initiativen und Vorgaben die Erwartung einer steigenden Frauenquote in leitenden Positionen. So gilt seit Jahren für Aufsichtsräte von börsennotierten Unternehmen eine verbindliche Frauenquote von 30 Prozent.

 

Prognose

Der Anteil von Frauen in den Vorständen der 200 größten Unternehmen vervierfachte sich zwischen 2012 und 2022 von vier auf 16 Prozent. In den Dax-Vorständen ist aktuell etwa jeder vierte Vorstandsposten weiblich besetzt und im öffentlichen Dienst liegt der Anteil von Frauen in Führungspositionen bei 43 Prozent.

In Zukunft werden Investoren und Unternehmen zunehmend erkennen, wie wichtig ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis – und somit eine steigende Zahl weiblicher Führungskräfte – für den Erfolg von Firmen ist. Bereits aktuell bestehen mehr Frauen als Männer ihr Abitur und der Anteil von weiblichen Studierenden liegt bei über 50 Prozent. Bei sämtlichen Abschlüssen schließen Frauen zudem im Schnitt besser ab.

Trotz dieser Fakten gibt es noch viel zu tun. Fragen der Familienplanung, des Mutterschutzes und der Elternzeit für Vorstandsmitglieder, Führen in Teilzeit oder Jobsharing auf Vorstandsebene müssen konstruktiv angegangen werden, um das vorhandene Potenzial besser nutzen zu können.

Ihre Ansprechpartnerin

Ayaan Güls
Pressesprecherin

Tel. 040/4151-2264
Fax 040/4151-2091
guels@stiftungfuerzukunftsfragen.de

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